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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 989 -
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DIE „K. U. K. FAMILIEN-FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK“ IM ERSTEN WELTKRIEG 989 mit dem Herannahen des Kriegsendes noch umsichtiger zu überwachen, eine hierarchische Gliederung der Instanzen vorgenommen. Franz Schnürer sah „seine“ Institution als künftigen Erinnerungsraum der dynastischen Memoria an und so bot sich 1917 eine geeignete Möglich- keit, diese Idee mithilfe einer Kriegssammlung der Fideikommissbibliothek zu verwirklichen. Die Ereignisse nahmen ihren Lauf, als Kaiser Karl einen Beamten der Fideikommissbibliothek für den 27. September 1917 nach Schloss Wartholz beorderte. Hofrat Franz von Hawerda-Wehrlandt, der zu diesem Zeitpunkt Generaldirektor der allerhöchsten Privat- und Familien- fonde war, setzte den Akt persönlich auf und gab als Grund für den Besuch an, dass die „dortselbst angesammelten literarischen Widmungen und Zu- wendungen (auch aus Kriegsanlass, verschiedene Promemoria, Monografien und dergleichen) zu besichtigen [seien]“.287 Der Auftrag an die Fideikom- missbibliothek bestand in der Abfassung eines Berichts mit den Direktiven über die weitere Vorgangsweise sowie in Vorschlägen für die Aufstellung und Weiterführung einer vor Ort aufgestellten „Allerhöchster Handbibliothek“,288 die von ihrem Charakter her eine größtmögliche Mobilität gewährleisten sollte. Der Aufforderung folgend, kam Bibliotheksdirektor Franz Schnürer selbst dem Besuch nach und inventarisierte am 27. September 1917 „Bücher, Bil- der, eine grosse Anzahl von photographischen Momentaufnahmen (zumeist aus dem Kriege – Seine Majestät persönlich darstellen) und andere Wid- mungen“.289 Tags darauf präsentierte Schnürer dem Kaiser das Inventar und machte den Vorschlag, „jene Stücke (Bücher u. a.), denen keine direkte Be- ziehung zur Allerhöchsten Person zukomme, der Fideikommiss-Bibliothek ins Eigentum [zu] überweisen“. Ergänzend führt er aus, dass Gegenstände, „die irgendwelchen Zusammenhang mit Seiner Majestät selbst hätten (wie Photographien, auf denen Seine Majestät dargestellt erscheint, direkte Wid- mungen an Allerhöchstdenselben u. a.) in der Fideikommiss-Bibliothek unter Aufrechterhaltung des privaten Eigentumstitels Seiner Majestät – zu einer Sammlung vereinigt werden sollten, die etwa die Bezeichnung „Kaiser Karl im Weltkriege“ [führen könne].“290 Von der ursprünglichen Idee, eine Handbibliothek auf Schloss Wartholz zu verwalten, war nach dem Besuch von Franz Schnürer somit keine Rede 287 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF J.R., Rubr. 5 Fideikommissbibliothek 540, 2949/1917, fol. 1r. 288 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF J.R., Rubr. 5 Fideikommissbibliothek 540, 2949/1917, fol. 1r. 289 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF J.R., Rubr. 5 Fideikommissbibliothek 540, 2949/1917, fol. 3r. 290 Ebendort, fol. 3r–3v. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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