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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 991 -
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DIE „K. U. K. FAMILIEN-FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK“ IM ERSTEN WELTKRIEG 991 Ersten Weltkrieg in der Tagespresse. Die „Schwesteranstalt“294 der Hofbib- liothek, wie Schnürer die Fideikommissbibliothek in einem Glückwunsch- schreiben anlässlich des Geburtstags von Joseph von Karabacek nannte, hatte diesen Schritt gesetzt um einen weiteren Personenkreis anzusprechen. Von der Fideikommissbibliothek erging allerdings eine Reihe von Anfragen an andere staatliche Institutionen. In einem Schreiben, das sowohl an das Kriegsarchiv, als auch das Kriegspressequartier erging, bat Rudolf Payer von Thurn im Auftrag Seiner Majestät, Fotografien des Kaisers für die neue Sammlung zur Verfügung zu stellen.295 Das Kriegsarchiv bot daraufhin die Anfertigung von Abzügen aus den eigenen Beständen an und verwies auf die Sammlungen des Militär-Geographischen Instituts.296 Auf der Basis eines Inventars wandte man sich schließlich mit einer konkreten Bestellung von Bildmaterial an dieses Institut.297 Das Kriegspressequartier wiederum be- fürwortete die Entsendung eines Beamten der Fideikommissbibliothek zur Auswahl und Reproduktion der Bilder vor Ort.298 Auch an das deutsche Bild- und Filmamt des Kriegsministeriums in Berlin wurde von Seiten der Fidei- kommissbibliothek eine Anfrage gerichtet, in welcher für die Herstellung von Fotografien Kaiser Karls sowohl eine Vergütung der entstandenen Kos- ten angeboten wurde. Das Schreiben blieb anscheinend unbeantwortet.299 Eine weitere bemerkenswerte Anfrage der Fideikommissbibliothek gelangte an das Polizeipräsidium in Wien. Es enthielt die Bitte um Übermittlung eines Exemplars der „verschiedenen am 9. August 1918 aus italienischen Flugzeugen über Wien abgeworfenen Propagandaflugzetteln“.300 Dabei han- delte es sich um ein, von dem Schriftsteller Gabriele D’Annunzio angeführ- tes Geschwader („La Serenissima“) mit sieben italienischen Flugzeugen, die unterschiedlich gestaltete Flugblätter über Wien abwarfen. Der Aktionis- mus des italienischen Schriftstellers war dem Inhalt der Flugblätter zufolge darauf ausgerichtet, der Wiener Bevölkerung die sinnlose Fortsetzung des Kriegs von Seiten der österreichischen Regierung vor Augen zu führen.301 In einem nächsten Schritt wandte sich die Fideikommissbibliothek an das Armeeoberkommando und äußerte den Wunsch, eine größtmögliche Voll- ständigkeit der Sammlung Seiner „Majestät im Weltkrieg in Wort und Bild 294 Wien, ÖNB, HAD, Autogr. 563/45–1, fol.1r. 295 FKBA45037, fol. 1. 296 FKBA45037, fol. 2r. 297 FKBA45037, fol. 4r. 298 FKBA45037, fol. 6r. 299 FKBA45037, fol. 7–8. 300 FKBA45037, fol. 12r. 301 Caffarena, Air Warfare; Gumbrecht/Kittler/Siegert, Dichter, 12, 37–38. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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