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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 992 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK 1914–1919992 bezughabenden Materials zu erreichen“.302 Der Kernstock der Sammlung bestehe aus Objekten, die der Kaiser höchstpersönlich übergeben hatte und die Bedeutung der Sammlung sei von unschätzbarem Wert, da sie „vermöge ihres patriotisch-dynastischen Charakters für die spätere Geschichtsschrei- bung des Weltkrieges [...] von grösstem Werte sein wird“, aber auch für die „einzelnen Truppenteile als Fundgrube für Illustrationsmaterial zur Verfü- gung stehe“.303 Das Ziel der Sammlung, nämlich die Kriegspropaganda und der Versuch, Kaiser Karl als bedeutungsvolle Symbolfigur der Monarchie aufzubauen, wie dies Franz Joseph war, ist nicht zu verkennen. So wurde im Schreiben der Fideikommissbibliothek an das Oberarmeekommando auch explizit der Wunsch geäußert „photographische Bilder Seiner Majestät […], die im Verlaufe des Krieges von den vielen photographierenden Herren k. u. k. Offizieren teils mit, teils ohne Auftrag angefertigt wurden und noch werden, aber als Privataufnahmen nur gelegentlich an die genannten militärischen Sammelstellen abgeführt werden“, als essentiellen Bestandteil der Samm- lung zu verstehen. Aufgrund der Bedeutung dieser Fotografien als „Gelegen- heits- und Amateuraufnahmen“ stellten sie in bester Weise die augenblickli- che Stimmung dar und vervollständigten die offiziellen Aufnahmen.304 Das Schreiben ist mit dem 4. Dezember 1917 datiert, einem Zeitpunkt, als man sich des desaströsen Zustands der k. u. k. Armee bewusst gewesen sein muss. Dennoch kam das Armeeoberkommando dem Wunsch der Beamten der Fidei- kommissbibliothek nach und verfasste ein, mit 31. Dezember 1917 datiertes Schreiben an alle „Truppen und Anstalten der Kampffront und des Etappen- raumes“ mit der Bitte um Zusendung von Bildmaterial.305 Da man jedoch bisher die Bezeichnung „Kaiser Karl im Weltkrieg“ ge- wählt hatte, kamen die ersten Reaktionen aus Ungarn. Es handelte sich da- bei nicht um das erhoffte Bildmaterial, sondern um den Wunsch auf Hinzu- fügung der Bezeichnung „König Karl“ in den Sammlungstitel. Nicht nur das Honvédministerium in Budapest machte auf diesen Lapsus aufmerksam. Auch der Verbindungsoffizier Béla Barkóczy-Klopsch unterstrich die Leis- tungen der österreichischen und ungarischen Truppen „die Weltgeschichte machten“. Die fehlende Referenz auf die ungarische Reichshälfte könne da- her „auffallen und bittere Gefühle erwecken.“306 Die Gesamtheit der Sammlungsobjekte, die ab Ende 1917 eingingen, war unterschiedlicher Natur. Zum einen ließ der Kaiser „themenrelevante“ Ge- 302 FKBA45037, fol. 9r. 303 FKBA45037, fol. 9v. 304 Ebendort. 305 FKBA45037, fol. 11r. 306 FKBA45039, fol. 2v. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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