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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 997 -
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„KEIN RAUM MEHR FÜR IRGENDEINE MONARCHISCHE GEWALT“ 997 digen ein und bestätigte, dass diese tatsächlich nicht von Buzzi-Quattrini, sondern „von einem Schüler Hellmers im Atelier Buzzi-Quattrinis im Lohnverhältnis gearbeitet worden [war], ein Umstand, der in Künstlerkreisen allgemein be- kannt ist. Der Betreffende hat jedoch niemals gegen die Signierung des Wer- kes durch seinen Meister Einspruch erhoben, wozu er nach der Sachlage nicht einmal berechtigt wäre.“326 Dennoch wurde Buzzi-Quattrini nicht von seinem Auftrag enthoben, son- dern man zahlte ihm die zweite Teilzahlung samt Auslagen anstandslos aus. Durch das bisher Gesagte erhellt sich, dass die 1914 hergestellte Büste Kaiser Franz Josephs in der Festsaalstiege der Hofburg nicht, wie bisher angenommen, von Angelo Buzzi-Quattrini angefertigt wurde. Der Name des Künstlers ist unbekannt. Am 16. Juli 1920 gelangte die zweite Büste Franz Josephs I. in die Fidei- kommissbibliothek, zu einem Zeitpunkt also, als die Monarchie bereits Ge- schichte war.327 2. „Kein Raum mehr für irgendeine Monarchische Gewalt“ – Die Habsburg-Lothringische Fideikommissbibliothek in der Ersten Republik 1918–1919 „Schrecklich! Diese Nacht hat mich ein entsetzlicher Traum gequält! Mir hat geträumt, daß mein seit acht Jahren zum Bestande der k. u. k. Fideikomißbibliothek gehörendes, „Zum 18. August“ betiteltes 46stro- phiges Gedicht in dem im Schönbrunner Schlosse untergebrachten Wachlokal der Volkswehr als Heizmaterial verwendet wurde!...“ Durch328 das Ende des Ersten Weltkriegs, die Verzichtserklärung Kaiser Karls I. an den Staatsgeschäften, die Ausrufung der Republik Deutsch- Öster reich bzw. die Entstehung der Nachfolgestaaten traten unmittelbar aufeinanderfolgende Umbrüche zuvor ungeahnten Ausmaßes ein, die Aus- 326 FKBA46010, fol. 8r–v. 327 FKBA46010, fol. 9r. Die Büste befindet sich noch heute in der Bildarchiv und Grafiksamm- lung der Österreichischen Nationalbibliothek: Wien, ÖNB, BAG, Pk 3044. 328 Das Titelzitat stammt aus der Rede von Karl Renner in der 6. Sitzung der Konstituieren- den Nationalversammlung, Stenographische Protokolle der Ersten Republik, 113, in der das Habsburgergesetz und die Landesverweisung vorgelegt wurden. Für das Kapitelzitat vgl. Kikeriki 1, 05.01.1919, 3. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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