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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 1009 -
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„KEIN RAUM MEHR FÜR IRGENDEINE MONARCHISCHE GEWALT“ 1009 1847 nach Wien gekommen waren, sich aber 1919 nicht in der Hofbibliothek sondern in anderen Nachfolgestaaten befanden.378 In der Folge gab es neu- erliche Forderungen von Kunstobjekten, wie Gemälde und Skulpturen aus der Galleria Estense, die der ehemalige Herzog Franz von Österreich-Este, nachdem er des Landes verwiesen worden war, von Modena nach Wien transportieren ließ. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte die italienische Re- gierung ausgewählte Objekte für sich beansprucht und beschlagnahmte im Austausch dafür die Güter des Erzherzogs im ehemaligen Erzherzogtum Modena und Reggio. Im Friedensvertrag vom 3. Oktober 1866 war zwischen dem König von Italien und dem Kaiser von Österreich festgehalten worden, dass den Familienmitgliedern des Hauses Habsburg-Lothringen das An- recht auf Privatbesitz zuerkannt wird („dans la pleine et entière possession de leurs propriètés privées“).379 Im darauf folgenden Vertrag vom 20. Juni 1868 zwischen Franz von Österreich-Este mit dem italienischen Staat ver- pflichtete sich ersterer zur Rückgabe von einigen, nach Wien transferierten Kunstobjekten mit Ausnahme der drei estensischen Kodizes.380 Diese Forderung wurde nach Ende des Ersten Weltkrieges von italieni- scher Seite aufgegriffen. 1918 befanden sich die drei Kodizes allerdings im Besitz von Kaiser Karl in Eckartsau und für die Hofbibliothek schien „die Sache erledigt“.381 Doch die italienische Waffenstillstandskommission kon- fiszierte als Pfand für die drei Kodizes die Handschriften „Wiener Gene- sis“,382 „Wiener Dioscurides“383 und „Hortulus animae“.384 Insgesamt übergab man „144 Handschriften, 6 Inkunabeln und 6 Musikalien-Erstdrucke“385 aus der Hofbibliothek an die italienische Waffenstillstandskommission. Die drei Kodizes der ehemaligen Hofbibliothek gelangten 1921 wieder zurück an die Nationalbibliothek. An der mit der Bezeichnung „Biblioteca Estense“ bzw. „Estensische Bibliothek“ in der Fideikommissbibliothek aufbewahrten Sammlung gab es jedoch zu keinem Zeitpunkt konkrete Forderungen von italienischer Seite. Dennoch bedarf es hier einer genauen Klärung von Ge- nese und Aufbau dieser Sammlung. schriften erhalten, welche in einer eisernen Kassette im Belvedere aufbewahrt wurden. Vgl. Wien, ÖNB, BAG, Hausarchiv, 503/1912. 378 Wien, ÖNB, HAD, Hausarchiv 25/1919, Allegato 5 zu den Forderungen, unpaginierte Ab- schrift. 379 Zitiert nach: Venturi, Galleria, 460. 380 Der Text des Schreibens ist ediert bei Hefel, Österreich-Este, 27–36. 381 Wien, ÖNB, HAD, Hausarchiv 25/1919, undatiertes Schreiben Donabaums. 382 Wien, ÖNB, HAD, Cod. Theol. gr. 31 Han. 383 Wien, ÖNB, HAD, Cod. Med. gr. 1 Han. 384 Wien, ÖNB, HAD, VD16 R 1691. 385 Stummvoll, Hofbibliothek, 593. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918