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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 1011 -
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„KEIN RAUM MEHR FÜR IRGENDEINE MONARCHISCHE GEWALT“ 1011 d’Este wird durch einen Dublettenabgleich der beiden Bibliotheken bestä- tigt.389 Franz, selbst „ultimus familiae“ der Linie Österreich-Este, brachte die Bibliothek Maria Beatrices schließlich nach Wien. Tatsächlich ließ er aber auch einige Kodizes wie die drei oben angesprochenen aus der öffentlichen Biblioteca Estense in die Kaiserstadt transferieren, eine Maßnahme, deren Auswirkungen sich bis in die Zeit der Ersten Republik zogen. Kinderlos ge- blieben, übertrug Franz von Österreich-Este seinen Titel an Thronfolger Franz Ferdinand und vererbte ihm ebenso die Kunstobjekte. Aus diesem Grund fanden die Estensischen Sammlungen mitsamt der Bibliothek aus Cataio bis 1908 Aufstellung im Palais Modena in der Wiener Beatrixgasse390. Nach dem Bau der Neuen Hofburg gelangte die Sammlung mitsamt den Bib- liothekskästen 1908 in die neuübersiedelte Fideikommissbibliothek, hier mögen Platzgründe den Ausschlag gegeben haben. Schnürer beklagte in ers- ter Linie das Fehlen eines „ordnungsmäßigen Bibliothekskataloges“391 bzw. von Bibliotheksstempeln und Signaturen in den Werken und bat um eine ra- sche Lösung des Problems, um die Benützbarkeit des Bestands sicherstellen zu können. Bis in das Jahr 1908 waren Ankäufe für die Bibliothek getätigt worden. Außer wenigen Buchlieferungen von Fortsetzungswerken stellte sich der Zuwachs an Werken ab 1908 praktisch ein.392 Nach dem Tod Franz Ferdinands gingen die Kunstsammlungen an das Hofärar über,393 während der neue Thronfolger, Erzherzog Karl als dessen Erbe die Abgabe der Estensischen Bibliothek an die Hofbibliothek verfüg- te.394 Im Zuge dessen erfolgte am 8. April 1915 eine Inventur, in der Be- stände im Umfang von „23.776 Bänden, Broschüren, Heften, Mappen und Karten“395 angeführt wurden, die sich in jenen 40 Schränken und 2 Tisch- kästen befanden, die noch aus Italien stammten. Der Wert der Sammlung wurde auf 23.390 K geschätzt.396 Seitens der Hofbibliothek sprach sich Bib- liotheksdirektor Karabacek aus Platzgründen bereits 1915 gegen eine neuer- liche Transferierung und für einen Verbleib der Buchbestände in der Fidei- 389 Cod. ser. n. 3994 vgl. Anm. 387. 390 FKBA38025, fol. 5r. Das Palais Modena im dritten Wiener Gemeindebezirk wurde 1916 abgetragen. 391 FKBA38025, fol. 12r. 392 Die sich daraus ergebenden Ausgaben wurden zur Begleichung an das Oberstkämmerer- amt Franz Ferdinands weitergeleitet. Vgl. FKBA38025, fol. 19–28. 393 Nierhaus, Corps de logis, 334. 394 Wien, ÖNB, HAD, Hausarchiv 258/1915; FKBA43024, fol. 2r. 395 FKBA43024, fol. 2r. 396 Ebendort. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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