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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 1014 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK 1914–19191014 teten Herstellung und Bewerbung der Publikation insgesamt 4.000 K. Den- noch wurde die Subvention der Fideikommissbibliothek von 1.800 K nicht aufgestockt, was Payer-Thurn damit begründete, dass eine Erhöhung, „bei der vorgesetzten Behörde zu erwirken leider erfolglos geblieben ist.“410 Die verbleibenden Ausgaben wurden somit durch den Verlag getragen. In Hefels Argumentation stehen stets die drei von italienischer Seite rück- geforderten Handschriften (die Bibel des Borso d’Este, das „Breviarium“ des Ercole d’Este und das „Officium“ des Alfonso I d’Este) im Fokus, die aus der öffentlichen Bibliothek stammten. Obwohl er festhält, dass die „scharfe Trennung des Staates von der Person des Fürsten“411 in der Neuzeit unbe- kannt war, stellt er in seiner Schrift den privatrechtlichen Charakter der öffentlich zugänglichen Sammlungen und somit auch der drei Handschriften in den Vordergrund. Hefel hob neuerlich den Vertrag vom 20. Juni 1868412 zwischen der italienischen Regierung und Franz von Österreich-Este hervor, in dem der Verbleib der drei Handschriften im Besitz des Erzherzogs festge- legt wurde.413 Dagegen erhob die italienische Waffenstillstandskommission Einspruch414 mit der Begründung, dass die Verträge von 1866 und 1868 dem italienischen Staat aufgezwungen wurden. Wie sich 1919 schließlich herausstellte, befanden sich die drei Handschrif- ten allerdings nicht mehr im Besitz von Karl in Eckartsau. Dieser hatte sie nämlich ins Exil mitgenommen und in der Schweiz verpfändet. Nach sei- nem Tod standen die Prachthandschriften bei einem Pariser Antiquariat zum Verkauf und wurden von Verleger Giovanni Treccani erworben, der sie schließlich dem italienischen Staat restituierte.415 Gleichzeitig wurden die drei Handschriften, welche durch die italienische Waffenstillstandskom- mission als Pfand für die drei estensischen Handschriften beschlagnahmt worden waren, 1921 wieder zurückgestellt.416 Im weiteren Verlauf der Frie- densverhandlungen gab es keine Ansprüche auf die Biblioteca Estense, die Sammlung verblieb in der Fideikommissbibliothek. Um den Exkurs zu die- ser Sammlung abzuschließen wird noch ein Ausblick auf die folgenden Jahre gegeben. Nach der 1920 erfolgten Eingliederung der Fideikommissbibliothek in die Nationalbibliothek wurden die Sammlungsbestände der Biblioteca Es- 410 FKBA46086, fol. 1r. 411 Hefel, Österreich-Este, 9. 412 Für die Druckfassung vgl. Camera dei deputati, Raccolta degli atti stampati per ordine della Camera. Sessione 1870–71, prima della XI. Legislatura 51, bzw. Hefel, Österreich- Este, 27–36. 413 Vgl. Hefel, Österreich-Este, 28 bzw. 30. 414 Wien, ÖNB, HAD, Hausarchiv 28/1919, datiert mit 15.03.1919. 415 Fava, Biblioteca, 222–223. 416 Vgl. Stummvoll, Hofbibliothek, 593–595. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918