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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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„KEIN RAUM MEHR FÜR IRGENDEINE MONARCHISCHE GEWALT“ 1021 Dem Wunsch, seine Dankesworte dem ehemaligen Kaiser und seiner Familie zu übermitteln, lässt Schnürer in seinem Pensionsgesuch den Vor- schlag folgen, als ehrenamtliche Tätigkeit die Estensische Bibliothek zu ka- talogisieren. Doch Karl hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mit seiner Familie das Land verlassen. In der sich in Auflösung befindlichen Generaldirektion kommentierte Hawerda-Wehrlandt lapidar, er behalte sich vor, auf den „An- trag auf Ihre Betrauung mit den Arbeiten der Katalogisierung der Estensi- schen Bibliothek zu gelegener Zeit zurückzukommen“.440 Im Gegensatz zu den Angaben in seinem Pensionsgesuch lesen sich die Motive von Schnürers vorzeitigem Ruhestand in einem Brief an Rudolf Hoyos-Sprinzenstein fol- gendermaßen: „Seit Mai diesen Jahres [bin ich] im Ruhestand, aber nicht aus Ruhebedürfnis – sondern da ich unter republikanischem Regime nicht dienen wollte […], erbat ich meinen Ruhestand.“441 Der Hintergrund für das Schreiben Schnürers war ein Vorschlag zur Gründung eines „unpolitischen Blattes […] das also ebenso gut vom Christen und Antisemiten wie vom Juden, vom Sozialdemokraten wie vom Liberalen oder Christlichso- zialen, vom Aristokraten wie vom Arbeiter oder Bauern gelesen werden kann. Das halte ich deshalb für wichtig, weil ein von vornherein sich monarchistisch gebendes Blatt, wenn es sogar von der Regierung geduldet würde, doch keine Leser (aus Furcht) oder nur jene zu Lesern und Abonnenten fände, die ohne- hin der gleichen Gesinnung sind.“442 Schnürer wollte, gemeinsam mit Alfred Koudelka,443 die Redaktion über- nehmen. Wie sich Rudolf Hoyos-Sprinzenstein zu diesem Vorschlag äußerte, hat sich im Nachlass Schnürers nicht erhalten, jedoch ist ersichtlich, dass Schnürer über das Ende der Habsburgermonarchie hinaus seine monarchis- tischen Überzeugungen nicht aufgegeben hatte. Trotz der Pensionierung blieb er der Fideikommissbibliothek und deren Angestellten nach wie vor sehr eng verbunden. Rudolf Payer-Thurn übernahm die Leitung der Fidei- kommissbibliothek und sowohl er selbst, als auch sein Vorgänger äußerten sich mehrfach zu den Überlegungen, wie mit der Fideikommissbibliothek weiter zu verfahren sei, beziehungsweise welche Funktion sie künftig ein- nehmen solle. Dieser Weg war durch das Habsburgergesetz und den Staats- 440 Ebendort, fol. 1v. 441 Wien, ÖNB, BAG, EZ3040, Nachlass Franz Schnürer, Box 31, Korrespondenz 1919, Brief an Rudolf Hoyos-Sprinzenstein vom 20. Dezember 1919, fol. 1r. 442 Wien, ÖNB, BAG, EZ3040, Nachlass Franz Schnürer, Box 31, Korrespondenz 1919, Brief an Rudolf Hoyos-Sprinzenstein vom 20. Dezember 1919 fol. 3r. 443 ÖBL 4, 164. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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