Seite - 416 - in Schriften von Sigmund Freud - (1856–1939)
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éveillé fait le plus souvent naître la volonté, correspond, pour l’intelligence, à ce que sont pour la
motilité certains mouvements que nous offrent la chorée et les affections paralytiques…« Im
übrigen ist ihm der Traum »toute une série de degradations de la faculté pensante et
raisonnante« (ibid., 27). Es ist kaum nötig, die Äußerungen der Autoren anzuführen, welche den
Satz von Maury für die einzelnen höheren Seelenleistungen wiederholen.
Nach Strümpell treten im Traum – selbstverständlich auch dort, wo der Unsinn nicht augenfällig
ist – sämtliche logischen, auf Verhältnissen und Beziehungen beruhenden Operationen der Seele
zurück (1877, 26). Nach Spitta (1882, 148) scheinen im Traum die Vorstellungen dem
Kausalitätsgesetz völlig entzogen zu sein. Radestock (1879) u.
a. betonen die dem Traum eigene
Schwäche des Urteils und des Schlusses. Nach Jodl (1896, 123) gibt es im Traum keine Kritik,
keine Korrektur einer Wahrnehmungsreihe durch den Inhalt des Gesamtbewußtseins. Derselbe
Autor äußert: »Alle Arten der Bewußtseinstätigkeit kommen im Traume vor, aber unvollständig,
gehemmt, gegeneinander isoliert.« Die Widersprüche, in welche sich der Traum gegen unser
waches Wissen setzt, erklärt Stricker (mit vielen anderen) daraus, daß Tatsachen im Traum
vergessen oder logische Beziehungen zwischen Vorstellungen verlorengegangen sind (1879, 98)
usw., usw.
Von den Autoren, die im allgemeinen so ungünstig über die psychischen Leistungen im Traume
urteilen, wird indes zugegeben, daß ein gewisser Rest von seelischer Tätigkeit dem Traume
verbleibt. Wundt, dessen Lehren für so viele andere Bearbeiter der Traumprobleme maßgebend
geworden sind, gesteht dies ausdrücklich zu. Man könnte nach der Art und Beschaffenheit des im
Traume sich äußernden Restes von normaler Seelentätigkeit fragen. Es wird nun ziemlich
allgemein zugegeben, daß die Reproduktionsfähigkeit, das Gedächtnis, im Traum am wenigsten
gelitten zu haben scheint, ja eine gewisse Überlegenheit gegen die gleiche Funktion des Wachens
(vgl. oben S. 38 ff.) aufweisen kann, obwohl ein Teil der Absurditäten des Traumes durch die
Vergeßlichkeit eben dieses Traumlebens erklärt werden soll. Nach Spitta ist es das Gemütsleben
der Seele, was vom Schlaf nicht befallen wird und dann den Traum dirigiert. Als »Gemüt«
bezeichnet er »die konstante Zusammenfassung der Gefühle als des innersten subjektiven Wesens
des Menschen« (1882, 84 f.).
Scholz (1887, 37) erblickt eine der im Traume sich äußernden Seelentätigkeiten in der
»allegorisierenden Umdeutung«, welcher das Traummaterial unterzogen wird. Siebeck
konstatiert auch im Traum die »ergänzende Deutungsfähigkeit« der Seele (1877, 11), welche von
ihr gegen alles Wahrnehmen und Anschauen geübt wird. Eine besondere Schwierigkeit hat es für
den Traum mit der Beurteilung der angeblich höchsten psychischen Funktion, der des
Bewußtseins. Da wir vom Traum nur durchs Bewußtsein etwas wissen, kann an dessen Erhaltung
kein Zweifel sein; doch meint Spitta (1882), es sei im Traum nur das Bewußtsein erhalten, nicht
auch das Selbstbewußtsein. Delboeuf gesteht ein (1885), daß er diese Unterscheidung nicht zu
begreifen vermag.
Die Assoziationsgesetze, nach denen sich die Vorstellungen verknüpfen, gelten auch für die
Traumbilder, ja ihre Herrschaft kommt im Traume reiner und stärker zum Ausdruck. Strümpell
(1877, 70): »Der Traum verläuft entweder ausschließlich, wie es scheint, nach den Gesetzen
nackter Vorstellungen oder organischer Reize mit solchen Vorstellungen, das heißt, ohne daß
Reflexion und Verstand, ästhetischer Geschmack und sittliches Urteil etwas dabei vermögen.«
Die Autoren, deren Ansichten ich hier reproduziere, stellen sich die Bildung der Träume etwa
folgenderart vor: Die Summe der im Schlaf einwirkenden Sensationsreize aus den verschiedenen,
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Titel
- Schriften von Sigmund Freud
- Untertitel
- (1856–1939)
- Autor
- Sigmund Freud
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- Abmessungen
- 21.6 x 28.0 cm
- Seiten
- 2789
- Schlagwörter
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Kategorien
- Geisteswissenschaften
- Medizin