Seite - 608 - in Schriften von Sigmund Freud - (1856–1939)
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ländlicher Abort aussieht, einen Schatz vergräbt. Ein zweiter Teil des Traumes hat zum Inhalt,
wie sie ihrem Kind, einem kleinen Mäderl, das sich beschmutzt hat, den Hintern abwischt.«
Den Geburtsträumen schließen sich die Träume von »Rettungen« an. Retten, besonders aus dem
Wasser retten, ist gleichbedeutend mit gebären, wenn es von einer Frau geträumt wird,
modifiziert aber diesen Sinn, wenn der Träumer ein Mann ist. (Siehe einen solchen Traum bei
Pfister, 1909.) – Über das Symbol des »Rettens« vgl. meinen Vortrag: ›Die zukünftigen Chancen
der psychoanalytischen Therapie‹ (1910 d) sowie: ›Beiträge zur Psychologie des Liebeslebens, I.
Über einen besonderen Typus der Objektwahl beim Manne‹ (1910 b).[175]
Die Räuber, nächtlichen Einbrecher und Gespenster, vor denen man sich vor dem Zubettgehen
fürchtet und die auch gelegentlich den Schlafenden heimsuchen, entstammen einer und derselben
infantilen Reminiszenz. Es sind die nächtlichen Besucher, die das Kind aus dem Schlafe geweckt
haben, um es auf den Topf zu setzen, damit es das Bett nicht nässe, oder die die Decke gehoben
haben, um sorgsam nachzuschauen, wie es während des Schlafens die Hände hält. Aus den
Analysen einiger dieser Angstträume habe ich noch die Person des nächtlichen Besuchers zur
Agnoszierung bringen können. Der Räuber war jedesmal der Vater, die Gespenster werden wohl
eher weiblichen Personen im weißen Nachtgewande entsprechen.
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Titel
- Schriften von Sigmund Freud
- Untertitel
- (1856–1939)
- Autor
- Sigmund Freud
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- Abmessungen
- 21.6 x 28.0 cm
- Seiten
- 2789
- Schlagwörter
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Kategorien
- Geisteswissenschaften
- Medizin