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allgemeine Verneinungslust, der Negativismus mancher Psychotiker ist wahrscheinlich als
Anzeichen der Triebentmischung durch Abzug der libidinösen Komponenten zu verstehen. Die
Leistung der Urteilsfunktion wird aber erst dadurch ermöglicht, daß die Schöpfung des
Verneinungssymbols dem Denken einen ersten Grad von Unabhängigkeit von den Erfolgen der
Verdrängung und somit auch vom Zwang des Lustprinzips gestattet hat.
Zu dieser Auffassung der Verneinung stimmt es sehr gut, daß man in der Analyse kein »Nein«
aus dem Unbewußten auffindet und daß die Anerkennung des Unbewußten von Seiten des Ichs
sich in einer negativen Formel ausdrückt. Kein stärkerer Beweis für die gelungene Aufdeckung
des Unbewußten, als wenn der Analysierte mit dem Satze: » Das habe ich nicht gedacht«, oder: »
Daran habe ich nicht (nie) gedacht«, darauf reagiert.
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Titel
- Schriften von Sigmund Freud
- Untertitel
- (1856–1939)
- Autor
- Sigmund Freud
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- Abmessungen
- 21.6 x 28.0 cm
- Seiten
- 2789
- Schlagwörter
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Kategorien
- Geisteswissenschaften
- Medizin