Seite - 1140 - in Schriften von Sigmund Freud - (1856–1939)
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Dieses sehr merkwürdige Verhältnis der sexuellen Variationen zur Stufenleiter von der
Gesundheit bis zur Geistesstörung gibt zu denken. Ich würde meinen, die zu erklärende Tatsache
wäre ein Hinweis darauf, daß die Regungen des Geschlechtslebens zu jenen gehören, die auch
normalerweise von den höheren Seelentätigkeiten am schlechtesten beherrscht werden. Wer in
sonst irgendeiner Beziehung geistig abnorm ist, in sozialer, ethischer Hinsicht, der ist es nach
meiner Erfahrung regelmäßig in seinem Sexualleben. Aber viele sind abnorm im Sexualleben, die
in allen anderen Punkten dem Durchschnitt entsprechen, die menschliche Kulturentwicklung,
deren schwacher Punkt die Sexualität bleibt, in ihrer Person mitgemacht haben.
Als allgemeinstes Ergebnis dieser Erörterungen würden wir aber die Einsicht herausgreifen, daß
unter einer großen Anzahl von Bedingungen und bei überraschend viel Individuen die Art und
der Wert des Sexualobjektes in den Hintergrund treten. Etwas anderes ist am Sexualtrieb das
Wesentliche und Konstante[12].
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Titel
- Schriften von Sigmund Freud
- Untertitel
- (1856–1939)
- Autor
- Sigmund Freud
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- Abmessungen
- 21.6 x 28.0 cm
- Seiten
- 2789
- Schlagwörter
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Kategorien
- Geisteswissenschaften
- Medizin