Seite - 1151 - in Schriften von Sigmund Freud - (1856–1939)
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Verwandlung von Liebe in Haß, von zärtlichen in feindselige Regungen vor sich, die für eine
große Reihe von neurotischen Fällen, ja, wie es scheint, für die Paranoia im ganzen
charakteristisch ist.
Das Interesse an diesen Ergebnissen wird noch durch einige Besonderheiten des Tatbestandes
erhöht.
(α) Wo ein solcher Trieb im Unbewußten aufgefunden wird, welcher der Paarung mit einem
Gegensatze fähig ist, da läßt sich regelmäßig auch dieser letztere als wirksam nachweisen. Jede
»aktive« Perversion wird also hier von ihrem passiven Widerpart begleitet; wer im Unbewußten
Exhibitionist ist, der ist auch gleichzeitig voyeur, wer an den Folgen der Verdrängung
sadistischer Regungen leidet, bei dem findet sich ein anderer Zuzug zu den Symptomen aus den
Quellen masochistischer Neigung. Die volle Übereinstimmung mit dem Verhalten der
entsprechenden »positiven« Perversionen ist gewiß sehr beachtenswert. Im Krankheitsbilde spielt
aber die eine oder die andere der gegensätzlichen Neigungen die überwiegende Rolle.
(β) In einem ausgeprägteren Falle von Psychoneurose findet man nur selten einen einzigen dieser
perversen Triebe entwickelt, meist eine größere Anzahl derselben und in der Regel Spuren von
allen; der einzelne Trieb ist aber in seiner Intensität unabhängig von der Ausbildung der anderen.
Auch dazu ergibt uns das Studium der »positiven« Perversionen das genaue Gegenstück.
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Titel
- Schriften von Sigmund Freud
- Untertitel
- (1856–1939)
- Autor
- Sigmund Freud
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- Abmessungen
- 21.6 x 28.0 cm
- Seiten
- 2789
- Schlagwörter
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Kategorien
- Geisteswissenschaften
- Medizin