Seite - 1158 - in Schriften von Sigmund Freud - (1856–1939)
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täuschen, wollen wir zur Wirklichkeit zurückkehren, um anzugeben, daß solche Verwendung der
infantilen Sexualität ein Erziehungsideal darstellt, von dem die Entwicklung der einzelnen meist
an irgendeiner Stelle und oft in erheblichem Maße abweicht. Es bricht zeitweise ein Stück
Sexualäußerung durch, das sich der Sublimierung entzogen hat, oder es erhält sich eine sexuelle
Betätigung durch die ganze Dauer der Latenzperiode bis zum verstärkten Hervorbrechen des
Sexualtriebes in der Pubertät. Die Erzieher benehmen sich, insofern sie überhaupt der
Kindersexualität Aufmerksamkeit schenken, genauso, als teilten sie unsere Ansichten über die
Bildung der moralischen Abwehrmächte auf Kosten der Sexualität und als wüßten sie, daß
sexuelle Betätigung das Kind unerziehbar macht, denn sie verfolgen alle sexuellen Äußerungen
des Kindes als »Laster«, ohne viel gegen sie ausrichten zu können. Wir aber haben allen Grund,
diesen von der Erziehung gefürchteten Phänomenen Interesse zuzuwenden, denn wir erwarten
von ihnen den Aufschluß über die ursprüngliche Gestaltung des Geschlechtstriebs.
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Titel
- Schriften von Sigmund Freud
- Untertitel
- (1856–1939)
- Autor
- Sigmund Freud
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- Abmessungen
- 21.6 x 28.0 cm
- Seiten
- 2789
- Schlagwörter
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Kategorien
- Geisteswissenschaften
- Medizin