Seite - 1185 - in Schriften von Sigmund Freud - (1856–1939)
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Es nimmt oft eine gewisse Zeit in Anspruch, bis sich diese Übertragung vollzogen hat, während
welcher dann das junge Weib anästhetisch ist. Diese Anästhesie kann eine dauernde werden,
wenn die Klitoriszone ihre Erregbarkeit abzugeben sich weigert, was gerade durch ausgiebige
Betätigung im Kinderleben vorbereitet wird. Es ist bekannt, daß die Anästhesie der Frauen häufig
nur eine scheinbare, eine lokale ist. Sie sind anästhetisch am Scheideneingang, aber keineswegs
unerregbar von der Klitoris oder selbst von anderen Zonen aus. Zu diesen erogenen Anlässen der
Anästhesie gesellen sich dann noch die psychischen, gleichfalls durch Verdrängung bedingten.
Ist die Übertragung der erogenen Reizbarkeit von der Klitoris auf den Scheideneingang gelungen,
so hat damit das Weib seine für die spätere Sexualbetätigung leitende Zone gewechselt, während
der Mann die seinige von der Kindheit an beibehalten hat. In diesem Wechsel der leitenden
erogenen Zone sowie in dem Verdrängungsschub der Pubertät, der gleichsam die infantile
Männlichkeit beiseite schafft, liegen die Hauptbedingungen für die Bevorzugung des Weibes zur
Neurose, insbesondere zur Hysterie. Diese Bedingungen hängen also mit dem Wesen der
Weiblichkeit innigst zusammen.
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Titel
- Schriften von Sigmund Freud
- Untertitel
- (1856–1939)
- Autor
- Sigmund Freud
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- Abmessungen
- 21.6 x 28.0 cm
- Seiten
- 2789
- Schlagwörter
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Kategorien
- Geisteswissenschaften
- Medizin