Seite - 1209 - in Schriften von Sigmund Freud - (1856–1939)
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Kenntnisse seiner staatsbürgerlichen Stellung und der ihm dereinst zufallenden ethischen
Pflichten vermittelt. Aber dieser Elementarunterricht ist in arger Weise unvollständig, wenn er
nicht das Gebiet des Geschlechtslebens mit umschließt. Hier ist die Lücke, deren Ausfüllung
Erzieher und Reformer in Angriff nehmen sollten! In Staaten, welche die Kindererziehung ganz
oder teilweise in den Händen der Geistlichkeit belassen haben, darf man allerdings solche
Forderung nicht erheben. Der Geistliche wird die Wesensgleichheit von Mensch und Tier nie
zugeben, da er auf die unsterbliche Seele nicht verzichten kann, die er braucht, um die
Moralforderung zu begründen. So bewährt es sich denn wieder einmal, wie unklug es ist, einem
zerlumpten Rock einen einzigen seidenen Lappen aufzunähen, wie unmöglich es ist, eine
vereinzelte Reform durchzuführen, ohne an den Grundlagen des Systems zu ändern!
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Titel
- Schriften von Sigmund Freud
- Untertitel
- (1856–1939)
- Autor
- Sigmund Freud
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- Abmessungen
- 21.6 x 28.0 cm
- Seiten
- 2789
- Schlagwörter
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Kategorien
- Geisteswissenschaften
- Medizin