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Schriften von Sigmund Freud - (1856–1939)
Seite - 2625 -
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Die Traumdeutung. [2] Das Folgende nach Büchsenschütz’ sorgfältiger Darstellung (1868). [3] Über die Beziehung des Traumes zu den Krankheiten handelt der griechische Arzt Hippokrates in einem Kapitel seines berühmten Werkes. [4] Die weiteren Schicksale der Traumdeutung im Mittelalter siehe bei Diepgen (1912) und in den Spezialuntersuchungen von M. Förster (1910 und 1911), Gotthard (1912) u.  a. Über die Traumdeutung bei den Juden handeln Almoli (1848), Amram (1901), Löwinger (1908), sowie neuestens, mit Berücksichtigung des psychoanalytischen Standpunktes, Lauer (1913). Kenntnis der arabischen Traumdeutung vermitteln Drexl (1909), F. Schwarz (1913) und der Missionär Tfinkdji (1913), der japanischen Miura (1906) und Iwaya (1902), der chinesischen Secker (1909–10), der indischen Negelein (1912). [5] Vaschide (1911) behauptet auch, es sei oft bemerkt worden, daß man im Traume fremde Sprachen geläufiger und reiner spreche als im Wachen. [6] Aus späterer Erfahrung füge ich hinzu, daß gar nicht so selten harmlose und unwichtige Beschäftigungen des Tages vom Traume wiederholt werden, etwa: Koffer packen, in der Küche Speisen zubereiten u.  dgl. Bei solchen Träumen betont der Träumer selbst aber nicht den Charakter der Erinnerung, sondern den der »Wirklichkeit«. »Ich habe das alles am Tage wirklich getan.« [7] Chauffeurs hießen Banden von Räubern in der Vendée, die sich dieser Tortur bedienten. [8] Riesenhafte Personen im Traume lassen annehmen, daß es sich um eine Szene aus der Kindheit des Träumers handelt. Die obige Deutung auf eine Reminiszenz aus Gullivers Reisen ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, wie eine Deutung nicht sein soll. Der Traumdeuter soll nicht seinen eigenen Witz spielen lassen und die Anlehnung an die Einfälle des Träumers hintansetzen. [9] Außer dieser diagnostischen Verwertung der Träume (z.  B. bei Hippokrates) muß man ihrer therapeutischen Bedeutung im Altertum gedenken. Bei den Griechen gab es Traumorakel, welche gewöhnlich Genesung suchende Kranke aufzusuchen pflegten. Der Kranke ging in den Tempel des Apollo oder des Äskulap, dort wurde er verschiedenen Zeremonien unterworfen, gebadet, gerieben, geräuchert, und so in Exaltation versetzt, legte man ihn im Tempel auf das Fell eines geopferten Widders. Er schlief ein und träumte von Heilmitteln, die ihm in natürlicher Gestalt oder in Symbolen und Bildern gezeigt wurden, welche dann die Priester deuteten. Weiteres über die Heilträume der Griechen bei Lehmann (1908, Bd. 1, 74), Bouché-Leclerq (1879–1882), Hermann (1858, § 41, 262  ff., und 1882, § 38, 356), Böttinger (1795, 163  ff.), Lloyd (1877), Döllinger (1857, 130). [10] Näheres über die seither in zwei Bänden (1910 und 1912) veröffentlichten Traumprotokolle dieses Forschers siehe unten. [11] Periodisch wiederkehrende Träume sind wiederholt bemerkt worden, vgl. die Sammlung von Chabaneix (1897). 2625
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Schriften von Sigmund Freud (1856–1939)
Titel
Schriften von Sigmund Freud
Untertitel
(1856–1939)
Autor
Sigmund Freud
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
Abmessungen
21.6 x 28.0 cm
Seiten
2789
Schlagwörter
Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
Kategorien
Geisteswissenschaften
Medizin
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