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eisernen angefertigt werden; dieserwegen ist bei einem gußeisernen
Hammerzeugt der Hammer jener Theil, welcher verhältnißmäßig a«
meisten dem Brechen ausgesetzt ist. Dieses Uebel ist um so fühl«
barer, weil bei einem gußeisernen Hammer, wie nur einmal irgend-
wo «in Sprung zu bemerken ist, gewöhnlich auch bald der wirtliche
Vruch erfolgt, wogegen bei einem schmiedeifernen Hammer der Sprung
meist sehr langsam fortschreitet, daher die nöthige Reparatur oder.
Auswechslung desselben auf eine gelegenere Zeit verschoben werde»
t«nn.
Obgleich der Sohlring stets von Schmiedeisen und mit ver-
stählter Vahn hergestellt wird, ereignet es sich doch bisweilen, daß
die Vahn desselben zu sehr abgenützt wird, bevor der Helb durch
einen neuen erseht werden muß. In einem solchen Falle muß der
Echlring reparirt, und zu dem Ende vom Hclb abgenommen wer-
den, was umständlich und zeitraubend ist. Diesem auszuweichen be-
dient man sich hie und da der Sohlring-Neiter, wie in Fig. t3
lab. II. zu entnehmen. Es wird nämlich der Schwan; des Ham-
mers mit einer Eisenschiene 2 (der Reiter genannt) versehen, welche
am »ordern Ende mit einer Warze in den Helb eingreift, am hin-
tern Ende aber mit einer verstählten Tatze sich über die Sohlringe
bahn legt, und mit einem darüber geschobenen Ringe Ii, und dem
Holzkelle 0 fest gehalten wird. Offenbar tann die gewünschte Aus-
wechslung eines solchen Reiters in wenigen Minuten vollbracht seyn.
Ein weiterer Zweck dieser Einrichtung ist die leichte Aenderung
der Hubhöhe, indem man zwischen Sohlring und Tatze einzelne
Eisenblältchen von beliebiger Dicke einlegen oder ausnehmen, oder
selbst einen andern Reiter mit dickerer oder dünnerer Tatze benutzen
kann, um die Hubhöhe größer oder kleiner zu machen; daß gleich-
zeitig auch im Rcitel nachgeholfen werden muß, ergibt sich von selbst,
was aber alles in weniger als einer Viertelstunde vollendet seyn
kann- Vei Zeugmachhämmern, wo der letztere Umstand sehr häusig
vorkömmt, ist dies« Einrichtung sehr gewöhnlich und ganz zweckmä-
ßig; bei Zerrennhämmern findet man sie selten, öfter bei Streck«
hämmern.
Um bei den öfters nöthigen Reparaturen der Tchmiedbahn«»
nlcht stets nöthig zu haben, den Hammer oder Amboß ab< oder
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen