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tend schwerer ist als ein Streckhammer, folglich bei der AuswechS«
lung mehr Arbeit verursacht, dauert es selbst bei vorräthig armir»
ten Helben auf manchen Werken gegen 8 und mehr Stunden, bis
alles wieder in Ordnung ist; wenn jedoch ernstlich zusammen«,««
griffen wird, kann die ganze Auswechslung in 3 bis 4 Stunden
recht gut bewerkstelliget werden. So viel als möglich soll man im»
mer trachten diese Arbeit bei Tag vornehmen zu können; aber es
ist eine unverzeihliche Nachlässigkeit, wenn man nöthigcnfalls nicht
auch die Nacht zu Hülfe nimmt, oder sich dabei wohl gar an die
gewöhnlichen Arbeitszeiten der Zimmerleute hält, wie es hie und
da die Gepflogenheit ist. Man soll deßhalb bei einem Hammer-
zimmcrer, wozu auf allen größern Hammerwerken ein eigener Mann
vorhanden ist, nicht sehr streng darauf sehen, daß der Mensch seine
gewöhnliche Schichtenzeit hindurch immer recht fleißig ist, dagegen
aber bei jeder eingetretenen Reparatur, wodurch der Hammerbctrieb
aufgehalten ist, unerläßlich fordern, daß er zu jeder Stunde in der
Nacht erscheint, und sein Möglichstes thut, um das Werk wieder
in kürzester Zeit in Gang zu bringen.
Die Helbe brechen aus verschiedenen "Ursachen an verschiede-
nen Stellen; brechen auf einem Werke aber die meisten an einer
bestimmten Stelle, so beweist dieses eine fehlerhafte Construction
oder sonst ein Verschen, das auf diese Stelle Einfluß hat, und soll
demnach abgeändert weiden. Vei durchaus gleicher Starte des Hel-
bes müßte selber natürlich am liebsten beim Wagring brechen; die-
ses zu vermeiden macht man sie dort in dem im Paragraph 39
angegebenen Verhältnisse stärker. Auf das Brechen im Wagringe
muß aber nothwendig auch die Entfernung desselben vom Hammer
und Sohlrlng vielen Einfluß haben, worüber uns die alte aus
der Erfahrung genommene Regel dahin belehrt, daß derselbe im
ersten Dri t te l der Helblänge, vom Mittel des Sohlrings nach
dem Mittel des Hammers gemessen, angebracht werden soll; und
wirtlich hilft ein Näherrücken des Wagringes gegen den Hammer hin
nicht gegen das Brechen des Helbes an dieser Stelle, wie man im
ersten Augenblicke wohl erwarten möchte. Manche Werkmeister glau-
ben, daß ein sehr breiter Wagring gegen das Brechen des HelbeS
im Nagring selbst helfen sollte; allein dieses Mittel ist ebenfalls
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen