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empfohlenen Mittel um so nothwendiger/ obgleich man.bei ihnen ein
größeres Hammerauge anwenden wird. Ebenso ist die Einwirkung
der Hitze, das Verbrennen der Helbe in dem Maße mehr zu be-
sorgen, und durch Schutz dagegen vorzubtugcn, als man es mit
weniger dichtem Holze zu thun hat. Eine wesentliche Hülfe zum
Festhalten der Keile wie überhaupt zur Dauer des Helbes im Kopfe
bestehet darin, daß man das Schmieden immer so viel als möglich
im Schwingungspunkte des Hammers vornimmt, nicht zu viel vorn
und nicht zu viel hinten schmiedet. Veim Schlichten leidet deßhalb
der Helb immer mehr als beim Wellcnschmicden, denn bei ersterer
Arbeit muß der Hammer bei dicken Stangen nothwendig mit dem
vordersten und bei hohen Gegenständen wieder mit dem hintersten
Vahnlhcil aufschlagen; breite, dünne Reife oder Schienen sind für
die Helbdaucr die schlimmsten Waaren. Eine Beschleunigung des
Helbbrechens durch das Unterspreitzen mit dem Vauer ist zwar nichts
Unmögliches, aber doch so in die Augen fallend, daß ein derartiger
Mißbrauch nicht leicht unbemerkt und ungerügt passkcn kann.
Gewöhnlich erkennt man das wirkliche Brechen des Helbcs
zuerst im nachgiebigen, reißenden Hammerstreich, und bemerkt dann
bel näherer Besichtigung der angebrochenen Ttelle ein Rauchen
von tntweichenden Wasserdämpfen, die in der daselbst erzeugten Hitze
entwickelt werden; die Hi>tze ist das nothwendige Ergebniß der Rei-
bung, welche zwischen beiden Bruchstächen T.tatt findet. Es ist ein
seltener Fall, daß der völlige Bruch eines Helbes so gähe erfolgt,
haß man bei einiger Achtsamkeit nicht mehr im Stande seyn sollte,
den im Zerrennfeuer befindlichen Dachel zu drücken und zu schrotten,
worauf man stets Bedacht haben muß. Vtvor der gebrochene Helb
herausgeschafft wird, pflegt man in den mei,sten Fällen den Ham«
mer vom Helbe herabzunehmen, weil dieses bei dem Gqnge des
Hammers auf folgende Art am leichtesten geschieht; man schlägt
den Schopfnagel und Schopfring aus, faßt einen noch etwas glü-
henden Maßel mit einer Zange, und läßt den Hammer auf diesen
bald mit dem hintersten bald mit dem vordersten Vahntheil auf-
schlage», wodurch der Hammer bald vor- bald rückwärts geschoben,
mithin die Keilung gelockert wird, worauf man endlich den lockern
Hammer so lange immer mit seinem hintersten Nakncheil aufschla-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen