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»igstcllen in kürzerer Zeit vollbracht seyn tonnen. Vei gewandte»
teuten lann die Auswechslung eines Hammerhelbes sogar in 2 bl<
3 Stunden vollbracht seyn, in welchem Falle auf den Zerrennfeuern
gar nichts versäumt werden muß, weil eine so schnelle Auswechs«
lung während der Zerrenne vorgenommen werden kann, höchstens
laß einige auszuheitzende Stücke bei Seite gelegt, und in der näch-
sten Schicht mit in Arbeit genommen werden müssen*).
Die Auswechslung eines Strcckhammerhelbes kann vermöge
seines um Ein Drittel bis zur Hälfte kleinern Gewichtes in kürze«
rer Zeit vollbracht werden.
Der ausgefahrene, gebrochene Helb wird ln gelegener Zeit zu
Nlöchern (Klötzen) von verschiedener Länge aufgeschnitten, die zu
Keilen und Stielen für verschiedene Arbeitszeuge verwendet werden.
Von den einzelnen Vlöchcrn werden sodann die Ringe herabgeschla«
gen. Beim Wagringe wird der Helb beiderseits dicht an der Ver«
keilung abgeschnitten, dann ein Theil des Holzes ausgebohrt, um
einmal Luft zu machen, hierauf nachgestemmt, und endlich der Rest
ausgeschlagen. Beim Sohlring wird der Helb so kurz abgeschnitten,
als dies möglich ist, ohne mit der Säge in die eisernen Keile zu
kommen; das Hol; wird sodann vom Sohlringe herausgebrannt.
Oefters geschieht eö, daß der Helb noch gut ist, aber irgend
e!n Theil seiner Nrmirung oder der Hammer ausgewechselt werden
soll. Die Auswechslung des Hammers ist eine sehr einfache Arbeit,
die in '/« bis 1'/« Stunden, also immer auf der Zerrenne vollbracht
werden kann. Ist sie nicht dringend, so wartet man damit bis die
Verkeilung des Hammers von selbst etwas locker geworden ist; nö<
thigenfalls muß man die Verteilung dadurch lockern, daß man «in
«) Selbst dieser zuletzt «»geführte Zeitaufwand v»n » bis 3 Gtunden, noch »«»»
aber d>< früher» größer» Zeitangaben dürften manchem Leser »»nöthig groß
dünken. Es könn «ber nicht mehr befremden, wenn ma» das Gewicht cinei
armirtcn Zerrennhammer-tzelbe« in Betracht nimmt, welches an Holz gegen
«5 bis «» Zentner, an ssisendcschlagcn ohne Hammer ungefähr « bis » Zent»
»er, im Ganzen folglich einige lu gegen 3» Zentner betragt, und dieses We<
ivicht musi vo» l höchstens 6 Mann gehandhabt werden, in dem sehr unb«>
quemen 3taume der hölzerne» Hammergerüste. Viel schneller würde es frei»
!<ch gehen, wenn diese Bewegungen Ver Helbe mit entsprechenden Krahnen
gemach« werden linnten, ähnlich wie dies beim Auswechseln der Walzen ge«
schieht! «her einen solchen Hrahn für iedcn Hammelschlag hinzustelle!!, würd«
sich di-nn doch la»m lohnen
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen