Seite - 130 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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schwach glühendes Eisenstück zwischen dm hintern Vahnthellen schmie-
det, wobei aber der Schopfnagel schon ausgcschlagen seyn muß. Aus
der locker gewordenen Verkeilung wird dann ein Keil nach dem an-
dern dadurch herausgezogen, daß man am vorstehenden, mit flu-
gelartigcn Ansätzen versehenen Keilende einen stumpfen Schritt«
(ein keilförmiges, gestieltes Setzeisen), schief nach vorne aufsetzt, und
darauf schlagen läßt, während auf der entgegengesetzten Seite des
Keiles eine schwere Eisenstange durch ein Paar Mann entgegen ge»
halten wird, damit der Keil durch tas Aufschlagen am Echröller
mehr gerad heraus denn seitwärts geschlagen wird. Sind die Keile
herausgezogen, so kann der Hammer leicht abgenommen und ein an-
derer dafür angesteckt werden. Vie verschiedenen zum Gebrauche
bei einem Hammerschlage bestimmten Hämmer sollen gan; gleiche
Augöffnungen haben, und wenigstens im hintern Theil der Seiten
ganz gleich gesonnt seyn, damit bei einer solchen Auswechslung der
neu aufgesteckte Hammer in Hals und Achseln genau auf den Helb
paßt. Allfälligm Abweichungen muß man im Halse durch Nach-
hauen oder Zulegen, in den Achseln aber wo möglich durch theil-
weise weiteres Zurückachseln des Helbes nachhelfen, und i>n letzter«
Falle dann mit dem Amboß ebenfalls etwas zurückweichen. Daß
in der Negel eine neue, hölzerne Hammerseele erforderlich seyn wird,
«ersteht sich von selbst.
Soll der Wagrlng oder Sohlring eines noch ganz guten Hel-
bes ausgewechselt oder reparirt werden, so kann dies nicht anders als
im ausgefahrcnen Zustande des Helbes geschehen. Um sodann den
Wagring herabnehmen zu können, muß die Verkeilung desselben
thcilweise ausgebohrt und dann nachgestemmt werden, ohne den
Helb merklich zu beschädigen. Der reparirte oder neue Nagring
wird hiernach aufgesteckt, und an der bestimmten Stelle wieder, recht-
winklig zur Hclbachsc, und mit seiner Achse gleich der Sehlringplatte
gelagert, aufgekeilt; sofort kann der Hclb wieder eingefahren wer-
den. Soll dagegen der Sohlring ausgewechselt oder rcparirt wer-
den, so muß man den Helb mit dem Sohlringe so nahe zu einer auf
dem Hainmerboden angefachten Kohlcngluth bringen, als es angeht,
chne das Holz anzubrennen; dadurch trocknet das Holz beim Sebl-
lilige schnell aus, dieser wild locker, und kann dann leicht herab-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen