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geschieht, so kann die Verkeilung nicht durch Vohren oder Stem-
men gelost werden, sondern man bedient sich dazu zur Glühhitze
erwärmter Eisenteile, durch deren Eintreiben der hölzerne Theil der
Verkeilung ausgebrannt wird, wornach die ganze Verkeilung und
das Ertel selbst leicht herausgenommen werden tonnen. Ohnedies
hat man für jeden Hammcrschlag wenigstens Ein Ertel in Vor-
rath, welches sofort statt des schadhaften eingesetzt wird; das letz-
tere aber wird zur gelegenen Zeit in Reparatur genommen, indem
entweder bloß ein Nachputzen oder eine neue Stahlbelegung erfor-
derlich seyn kann. Eine andere Reparatur wird an einem Ertel
selten vorkommen, da man bei grösiern Fehlern lieber gleich ein
neues dafür anfertiget; wohl aber kann es sich ereignen, daß dem
Ertel selbst gar nichts fehlt, sondern daß es bloß neu eingesetzt wer-
den muß, indem es sich vielleicht zu tief gesenkt hat.
Eine sehr schlimme, zeitraubende Reparatur ist die Belegung
eines Grindelzapfcns, die unter etlichen Tagen nicht auszuführen
ist, und wobei überdies die Welle selbst oft mehr oder weniger lei-
det, wenn es nothwendig wird theilweise das Holz wegzunehmen,
um die Zapfenringe herab und den Zapfen heraus zu bekommen.
Wenn übrigens auf gutes Zapfenfutter gesehen und fleißig geschmiert
wird, ereignet sich diese Reparatur höchst selten; öfter dagegen wird
die Auswechslung der Zapfenfutter nothwendig, was leicht und schnell
bewerkstelliget werden kann. .
Das Nachkeilen oder Ausbessern oder Auswechseln der hölzer-
nen oder gußeisernen Radschaufeln ist eine öftere Reparatur, die
jedoch selten so dringend seyn wird, daß sie nicht auf gelegenere
Zeit verschoben werde» könnte; zudem ist sie einfach und schnell aus-
zuführen. Ebenso kann das Auswechseln der Zapfenbänke, Nein-
beile oder der obern Gcrüstbänder in nicht sehr großen Zeitabschnit-
ten nothwendig werden, wird aber gleichfalls selten so plötzlich er-
forderlich seyn, daß selbe nicht in gelegener Zeit vorgenommen wer-
den könnte.
Die Dauer der Gerüst- wie der Zapfenstücke kann man bis-
weilen durch starte schmicdeiseme Bänder oder Schließen beträcht-
lich verlängern, wenn selbe nur an einzelnen Stellen schadhaft ge-
worden sind. Am gewöhnlichsten wird man sich dieser Mittel dazu
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen