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Pei einem langsam gehenden, gut construirttN, oberschlächtigen
Wasserradc kann der Nutzeffect auf einige sechzig Prcttnt gebracht
werden; allein für Hammcrräder, wo in der Regel eine größere
Geschwindigkeit erforderlich ist, dürften 50 Procent nur selten erreicht
werden, und darnach könnte die erforderliche Wassermenge für ein
oberschlächtiges Nad wieder wie früher berechnet werden.
ß. 4 8 . Durch ausländische Arbeiter veranlaßt, wurden bei
uns auf einigen Hammerwerken Aufwerfhämrn« gebaut; gegenwär-
tig, d. i. Ende 1844 cxistirt jedoch in den Vereinslänlern kein ein-
ziger mehr. Auch in Nicdciöstcrrrich ist bloß Ein Aufwcrfhammer
zu finden, nämlich auf dem ncugebauten, Und durch Arbeiter aus
Frankreich betriebenen Werte des Herrn Anton Fischer in St. Egidi.
Vci den Aufwerfhämmern kommt die Waffcrradwellc parallel
nüt dem Hammerhelbc zu liegen. Der Angriffspunkt der Hebdäum-
liugc, hierbei Frösche genannt, ist gewöhnlich zwei Drittel der gan-
zen Helblänge vom Drelnmgspunkte, der Hammerhelbhilse,
entfernt. Damit die Frösche Mit zu lang ausfallen, tie Nlllo also
möglichst nahe dem Helb zu liegen kommen kann, ertheilt man der
Hammerhclbhilse auf dieser Seile eine kurze Warze, während die
entgegengesetzte, zur genauern und bessern Richtung und Haltung
des Hammers, beträchtlich länger ist. Am öftesten werden 4 bis 5
Frösche getroffen, dem Hammer, bei 4 bis 5 Ztnr. Gewicht, einige
zwanzig Zoll Hubhöhe ertheilt, und 80 bis 90 Schläge in der Mi-
nute cnielt.
Die Hauptbestandtkeile eines gewöhnlichen Auswershammergt-
rüstes siild: l. Die zwei Vückftüsäulen, worin die Vüchsen oder
Heinln befestiget sind; sie weiden, selbst wenn die übrigen Ve«
stanvtlieile des Olerüstcü '.'cu Hol; sind, gewöhnlich von Eisen her-
gestellt; mit dem untern Ente ruhen sie in Vertiefungen von höl-
zernen Schwellen, und sind d.nin durch Holzkelle festgehalten, mit
dem cbem Ende sind sie zwischen zwei Vorsprünge» eingelegt, unter
einander verbunden, und mittelst Keilen zwischen beiden Vorsprüngen
beliebig festzustellen. 2. Die zur Befestigung des Ncitelö dienenden
zwei Säulen, welche in der Nichtung des Hammcrhclbcö gerade hin-
tereinander stehen, wcvcn die vordere die Reitclsäule, die hintere
die Drahmsäulc genannt wird; durch beide ist der Neitelbal-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen