Seite - 156 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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«nd Ausströmen der gepreßten Luft erfolgt. Auf diese Weise wird
demnach ein periodischer Luftstrom erzeugt; soll derselbe aber um-
unlerbrochen seyn, wie beinahe immer der Fall, so muß man ent-
weder zwei oder mehrere solcher einfachen Vorrichtungen neben ein-
ander anbringen, die wechselweise wirkend sind, oder der einzelnen
Gebläsevorrichtung eine solche Einrichtung geben, daß sie bei der vor«
und rückgängigen Bewegung wirksam ist, doppelt wirkend, doppelt
blasend wird, oder endlich eine eigene Vorrichtung, einen Windre-
gulator, damit in Verbindung bringen, wodurch in der einen Pe-
riode ein Theil der gepreßten Luft aufgenommen, und in der andern,
wo die einfache Gebläscvorrichtung nicht wirtsam ist, wieder abgegeben
wird. Die Windrcgulatoren werden indessen nicht nur zur Er-
zeugung eines ununterbrochenen, sondern oft bloß zur Erlangung
eines gleichförmigen Windes in Anwendung gebracht, daher sie bei
den wcistcn Gebläsen vorhanden sind. Von Wichtigkeit für die gute
Wirkung eines jeden derartigen Gebläses ist die Berücksichtigung,
daß die zusammengepreßte Luft möglichst vollkommen ausgepreßt
werde, d.h. möglichst wenig davon im hohlen Raume zurückbleibe,
wenn bereits durch die rückgängige Bewegung wieder das Einsau-
gen einer neuen Partie der atmosphärischen Luft geschieht. Die
Menge der ««ausgepreßt bleibenden Luft hangt bei gleicher Span-
nung derselben ganz von der Größe des hohlen Naumcs selbst ab,
der von der rückgängigen Bewegung noch «brig bleibt, und deß-
halb der schädliche Raum genannt wird. Um den gepreßten
Luftstrom, den Wind, gerade an jene Stelle hinzubringen, wo man
seiner bedarf, muß derselbe vom Gebläse weg in luftdichten Röh-
ren, Lutten oder Kanälen, in Windleitungen, welche mit den
Ausströmungsöffnungen des Gebläses «mmunicircn, zu den be-
stimmten Stellen gefühlt weiden. Damit das abwechselnde Oeff-
nen und Schließen bei den verschiedenen Ein- und Aussircmungs'
cffnungen beim Gange des Gebläses gleichsam von selbst erfolgt,
ist weiter nichts nothwendig, als daß diese Oeffnungen mit Klap-
pen, Vent i len, versehen werden, die sich nur nach Einer Seite
öffnen können, und dabei müssen sich im Allgemeinen die Ventile
für die Einströmungsöffnungcn nach der entgegengesetzten Seite öff-
nen, wie iene bei den Ausströmungsöffnungen.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen