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ßs herrscht unter den Gebläsen eine große Mannigfaltigteit
im Vanmaterial, in der Gestalt, Größe, Bewegung und Wirkungsart
derselbm; denn in letzterer Beziehung haben wir außer den so eben
im Allgemeinen angeführten Vorrichtungen noch solche, wo der
Wind durch ein schnell bewegtes Flügelrad, oder durch einen Was-
scrstrow, oder durch Bewegung von schrauben- und schneckenartigen
Gefäßen im Wasser u. s. w. erzeugt wird.
Man theilt die Gebläse ein entweder nach Art des Materials,
aus welchem die Hauptbcstandtheile desselben angefertiget sind, und
dann unterscheidet man lederne, hölzerne, eiserne und hy-
draulische (wo Wasser ein Hauptthcil ist) Gebläse, oder nach
ihrer Gestalt und Wirkungsart, wornach sie in Balgen-, Was-
sertrommel-, Tonnen-, Schrauben-, Ketten-, Ventila-
tor- und in Kolben- (Kasten- oder Cylinder-) Gebläse unter-
schieden werden. Alle diese Gebläse näher kennen zu lernen, liegt
nicht in unserem vorliegenden Zwecke; wir wollen uns hier auf jene
Gebläse beschränken, die auf unsern Eiscnfrischhütten in Anwendung
find; nämlich Balgen-, Wassertrommcl-, Ventilator- und Kolbcn-
gcbläse.
H. 5V. Bei den Valgengebläsen müssen wir die leder-
nen von den hölzernen unterscheiden. Die ledernen Balgengcbläse
waren die ersten Gebläse, und ihr Name ist von Balg, Thicrhaut,
abgeleitet. In allen Fällen, wo keine große Windmcngc bcncih^
get wird, und das Gebläse nicht lange Zeit hindurch in ununter
brochenem Betriebe erhalten werden soll, da werden noch gegen-
wärtig die ledernen Bälge wegen ihrer Einfachheit und leichten
Vewcgungsart allgemein angewandt, wie fast in jeder Faustschmicte
zu sehen. Auf den Hammerwerken sind bei uns die ledernen Val-
gengcbläse selten, nur hie und da bei den kleinen Wärmfcmrn für
Streck- und Zain-Hämmer werden sie angetroffen.
Ein ledernes Valgengebläse der üblichsten Art stellt Fig. 1.
Tab. III. dar. Es besteht im Wesentlichen aus drei übereinander
angebrachten Vreterboden k», Kd, ko, die nach dem Valgtopfe K
zu schmäler als am hintern Ende sind, am Valgkopf ihre Befesti-
gung erhalten, und an den Seiten luftdicht mit einer Lederhaut
umfangen sind, welche nach hinten beträchtlich an Hohe zunimmt.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen