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grad ist eher >esscr als schlechter, wie bei den gewöhnlichen hölzer-
nen Bälgen, und wenn dazu ein gutes Leder verwendet und im
entsprechenden Grade fett erhalten wird, so sind auch die Repara-
turen nicht me.)r, und die Dauer ist nicht um gar viel kürzer, als
bei den gewöhnlichen hölzernen Bälgen.
Man ha: verschiedene andere zusammengesetztere Constructio-
ncn von lederien Bälgen, darunter auch doppelt wirkende; allein
in den Veninsländern werden sie nicht getroffen, und verdienen
im Vergleich -u den andern Gebläsen, die wir noch kennen lernen
werden, nicht empfohlen zu weiden. Wer sich darüber zu belehren
wünscht, finde: ihre Beschreibungen in den verschiedenen vom Hüt»
tenwescn hand.'lnden Büchern.
ß. 5R» Bei den hölzernen Gebläsen wird der Name Balg
nur jenen tie'er Vorrichtungen beigelegt, welche im Acußern eine
den pyramidalen Lederbälgcn ähnliche Gestalt haben. Es sind dies
sonder Zweifel die ältesten hölzernen Gebläse, bei deren Anfertigung
noch ganz die Gestalt der altüblichcn Lcderbälge als Muster diente,
und von denen selbst die Benennung Valg übertragen wurde. In
der Hauptsache bestehet ein gewöhnliches, hölzernes Balgengcbläse
aus zwei einfach wirkenden Bälgen, deren jeder aus einem pyrami-
dalen Kasten, der Mantel genannt, und einer in selben passen-
den Fläche, dem Untertasten, Schämet oder Boden, bestehet.
Mantel und Schämel sind an der kürzesten Seite charnierartig mit-
sammen verbunden, ein Theil von beiden ist unbeweglich und Eins
mit dem Balgkopf, während der andere durch verschiedene Betriebs-
Vorrichtungen in Bewegung gesetzt wird. Die Fig. 2 und 3 auf
2ab. III. stellen ein hölzernes Balgengcbläse vor, wobei der Un-
tertasten fest siehet, während der Mantel bewegt wird, ein bei uns
unter der Benennung Spitzbälge sehr verbreitetes Gebläse; Fig.
4 und 5 dagegen stellen ein solches unter dem Namen Schä-
melbälge bekanntes Gebläse vor, wo der Mantel befestiget, hin-
gegen der Schämel der bewegte Theil ist. Jeder der zwei Bälge
hat bei diesen Gebläsen seine eigene, im Valgkopf eingekeilte Düse,
und damit dem Feuer ein ununterbrochener Luftstrom zugeführt
wird, muß der Vewcgungsmechanismus so eingerichtet seyn, daß
der zweite Valg in dem Momente, als der erste zu blasen aufhört,
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen