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bereits angefangen hat Wind zu geben; dadurch wird zwar ein un<
unterbrochener, aber immer noch ein sehr ungleicher, stoßender Luft-
strom erhallen, der sich bei diesen Gebläsen nicht vermeiden läßt.
Obgleich die hölzernen Välge, besonders die Spitzbälge, in vie-
ler Beziehung als ein schlechtes Gebläse zu betrachten sind, müs-
sen wir uns dennoch mit der nähern Einrichtung derselben vertraut
machen, weil sie auf dcn Hammerwerken der Vereinsländer noch
zur Stunde das vorwaltendste Gebläse bilden, und unecr den rein
praktischen Hammermanipulanten noch immer ihre Vertheidiger fin-
den- In Fig. 6 ist das nach einem doppelt so großen Maßstabe
gezeichnete Detail eines Spitzbalges gegeben, wo ^ einen Durch-
schnitt des Mantels, L einen Durchschnitt des Vodcns oder Unter-
tastens, und <ü die obere Ansicht des Ilntcrkastcns vorstellet. Der
Mantel wird von gut ausgetrockneten 1 ' ^ bis 2 Zoll dicken Voh-
len hergestellt, die an ihrem Zusammenstoß mit Falzen in einan-
der greifen, verleimt und angenagelt werden. Zur Verstärkung des
Oberbodens vom Mantel, in welchem der Mantelbaum l> Fig. 2
und 3 mit Eisenbändern und Keilen befestiget ist, erhält derselbe
von außen auf der hintern Seite zwei Eisenbänder », a, welche
über die ganze Höhe der bogenförmigen Hintcrwand langen. Oft
pflegt man den Mantel, besonders wenn dieser unbeweglich ist, von
außen an den Kanten nach ihrer ganzen Erstreckung mit nach je-
der Seite ein Paar Zoll breiten Vlechstrcifcn zu übcrnagcln, wit
», «, Fig. 4 und 5 zeigt, weil dort die Luftlässigkeit. am ersten
sich einstellt. Am vorder« Ende des Mantels bilden die beiden
langen Seitcnwände lappenartige Vorsprüngc, die zur Aufnahme
der Charnierachse (des Schloßnagels oder der Walze) bestimmt
sind, wozu sie mit einer runden, ausgebüchsten Ocffnung » Fig.
6 versehen sind. Die vordere schmale Seitenwand des Mantels Ii
Fig. 6 erstreckt sich nicht über die ganze Mantelhöhe, und beim
Niedergang des Mantels senkt sich diese Wand in eine nutenartige
Vertiefung des Nnterkastens o Fig. 6. Es versteht sich von selbst,
daß die Innenflächen der Seitenwände des Mantels möglichst glatt
abgehobelt, und die dazu verwendeten Bohlen möglichst astfrei scun
müssen. In der Regel bringt man in dem Mantel ein oder meh-
rere Zapfenlöcher 6 Fig. 2 bis Fig. 6 an, aus Gründen die schon
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen