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gelangen, wird der Schloßnagel ausgenommen, worauf der Mantel
aufgehoben, oder bei den Schämelbälgen der Voden niedergelassen
werden kann.
Wir haben bisher die hölzernen Valgengebläse in solcher An-
ordnung betrachtet, wo sie nur zur Bedienung Eines Feuers ge-
braucht weiten, vor dem sie unmittelbar angebracht sind, wie dieses
gewöhnlich der Fall ist. Will man sie gleichzeitig für mehrere Feuer
dienstbar machen, so wird anstatt der Düsen ein gemeinschaftlicher
Nindsammlungskasten angebracht, von welchem die Windleitungen
zu den verschiedenen Feuern geführt werden- Vei dieser Anordnung
muß aber jede Oeffnung vom Valgtopf in den Windsammlungs-
tasten mit einem Ventile versehen seyn.
Die Wasserräder zum Betriebe der hölzernen Välge sind bei
uns gewöhnlich unterschlächtig, und unmittelbar an der Kegelwelle
angebracht. Gewiß ist es, daß ein unterschlächtiges Valgrad gleich-
förmiger wirkt als ein oberschlächtiges; wenn es aber darauf ankommt
mit der Wasserkraft besonders zu wirthschaften, verdienen die oberschläch-
tigcn unbedingt den Vorzug, und dabei kann man nithigenfalls
mit einem Fürsatze, einem Vorgelegt, die Geschwindigkeit der Kegel«
welle passend modificiren. Man mag übrigens ein ober- oder unter-
schlächtiges Valgrad, mit oder ohne Vorgelege anwenden, stets soll das
Rad nur so start gebaut seyn, als es für dessen Haltbarkeit erfor-
derlich ist, weil eine vermehrte Schwer« desselben hierbei bloß eine
todte Last seyn würde, die bei dem stäten Widerstände des Geblä-
ses nicht als Schwungmasse wie bei einem Hauunerrade Wirten kann.
Man hat die hölzernen Valgtngebläse auf mannigfaltige Weise
zu verbessern gesucht. Das vollkommenste Gebläse der Art ist unstrei-
tig das Widholmge blase, welches in Schweden sehr gebräuchlich,
in den Vereinsländeri: aber nirgends getroffen wird. Wir wollen
deßhalb auf dieses Gebläse hier um so weniger eingehen, da es in
den Kosten der Herstellung nicht billiger als ein Kastengcbläse ist,
dem es aber in,Veziehung seines Wirkungsgrades bei gleich voll-
kommener Ausführung jedenfalls nachgesetzt werden muß.
tz. 52 . Die Wassertrommeln sind unter manchen Ver-
hältnissen das einfachste, mindest kostspielige, und deßhalb oft »in
sehr brauchbares Gehläse; nur geben sie in Rücksicht der »erwen«
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen