Seite - 186 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Bild der Seite - 186 -
Text der Seite - 186 -
K«is verdient in der genannten Rücksicht nech der letztere den Ver-
zug; denn die Kreisfläche ist jene, welche von allen möglichen bei
gleichem Flächeninhalte den kleinsten "Umfang hat. Indessen wenn
der hohle Naum aus Holzwantungcn gebildet wird, ist es ungleich
schwieriger und kostspieliger ihm eine vollkommen kreisrunde Gestalt
zugeben, als ihn mit vier ganz geraden Ebenen herzustellen; um«
gekehrt aber ist es bei gußeisernen Wänden, die rundum stets aus
einem einzigen Stücke bestehen, in welchen die kreisru»de Gestalt
durch Ausdrehen viel leichter genau herzustellen ist als irgend eine
andere. Wo man daher der geringeren Kosten wegen ein hölzer-
nes Kolbengebläse macht, erhält dieses mit seltenen Ausnahmen,
die gewiß noch seltener zweckmäßig sind, einen quadratischen Quer-
schnitt; wogegen die eisernen Kolbengebläse nur einen kreisförmigen
Querschnitt erhalten, obgleich auch dabei, sonderbar genug, die qua-
dratische Gestalt auf etlichen Werken in Anwendung gebracht wor-
den ist.
Da der Kolben bei seiner Bewegung im hohlen Raume im-
mer luftdicht an den Scitenwänden schließen muß, so ergibt sich's
von selbst, daß der Querschnitt, wenigstens so weit sich die Kolben-
bcwegung erstreckt, durchaus gleich seyn muß. Dadurch wird die
räumliche Gestalt des Gebläses bei kreisförmigem Querschnitte zum
Cylinder, und darnach auch Cylindergebläse genannt, welche
Benennung als völlig gleichbedeutend mit eisernem Gebläse zu be«
trachten ist, ta die hölzernen Kelbengebläse aus obigen Gründen
in der Negel nur einen quadratischen Querschnitt haben, folglich die
räumliche Gestalt ein vierseitiges Prisma, cder einen Kasten bildet
und darnach auch gewöhnlich Kastengebläse benannt wild. Eine
Ausnahme von der durchaus gleichen Querschnittsgestalt des hohlen
Raumes kann nur dann Statt finden, wenn der Kolben entweder
ganz oder wenigstens dessen luftdichter Anschluß, dessen Liedcrung,
aus Wasser bestehet, wie die» der Fall ist bei den sogenannten
Äaader'schen Tonnen geblasen; hierbei ist dann gewöhnlich
nicht der Kolben, sondern der hohle Raum, die Tonne, der bewegte
Theil. So wie man bei der Querschnittögestalt auf die kleinste
Kolbenreibung und den kleinsten Windverlust Rücksicht nimmt, muß
dieses bei Bestimmung der Länge des Weges, durch den der Kolben
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen