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bewegt wird, ebenfalls bedacht werden, und demgemäß ergibt sich
die Regel, den Kolbenweg bei einem Cylintcrgcbläse gleich groß
mit dem Durchmesser des cylindrischen Raumes, und bei dem Ka«
stcngebläse gleich einer Seite des quadratischen Querschnittes zu ma-
chen. Vei. den Cylindergebläsen wird diese Regel meist befolgt,
oder doch nicht viel davon abgewichen; bei den Kastengcbläscn hin-
gegen weicht man oft beträchtlich davon ab, macht nämlich den Hub
viel, ein Drittel bis zur Hälfte, kleiner als die Seitenlange des
Kastens beträgt. Diese Abweichung ist in dem Umstände begrün-
det, daß die geradlinige Bewegung des Kolbens nach der Achse
des Kastens (damit kein Seitendruck entsteht,) um so schwieriger,
ungenauer wird, je länger der Kolbcnwcg ist; nun ist aber bei den
Kastengebläsen die Seitenlänge meist beträchtlicher als der Durch-
messer bei den Cylindergebläsen, und zugleich sind die Vorkehrun-
gen zur geradlinigen Bewegung bei dcn billigen, einfachen Kasten»
geblasen selten so vollkommen eingerichtet, wie bei dem «ollkommc»
nern Vewegungsmechanismuä der Cylindergebläse. Damit die Rei-
bung des Kalbens nicht etwa durch seine eigene Schwere auf einer
Seite großer als auf der andern werde, ist das einfachste Mittel,
»renn man den Kolben lothrecht auf und ab bewegen läßt, wie das
in neuerer Zeit beinahe ohne aller Ausnahme geschieht; nur in
früherer Zeit hat man öfters schief oder horizontal gestellte Kasten-
gebläse gebaut, und die bei uns noch hie und da üblichen Schub-
bälge oder Schubkasten bestehen aus bogenförmig gekrümmten Kä-
sten in schiefer oder liegender Stellung, die aber ebenfalls nichts
taugen.
Eine wichtige Frage für jedes Kolbengcbläse ist die: mit wel-
cher Geschwindigkeit soll sich der Kolben bewegen? Ist die Kolbcn-
geschwindigtcit sehr groß, so wird der Neibungswilerstand wie die Ab-
nützung durch Reibung sehr. bedeutend, und endlich kann sogar eine
nachtheilige Erhitzung durch Reibung entstehen; bei zu kleiner Kol-
bengeschwindig^keit hingegen muß man ein unnöthig großes Gebläse
bauen, auch wird dabei der unvermeidliche Windverlust in der Lie-
derung um so größer. Vei den Kastengebläsen ist in der Praxis die
Geschwindigkeit des Kolbens '/» bis i V>l Fuß, bei den Cylinderge-
blasen hingegen 1'/« bis 4 Fuß.
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen