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hergestellt, weßhalb wir uns in den folgenden Betrachtungen nur
auf diese beschränken wollen. Der Effect eines gut eingerichteten
Gylindergebläses muß aus mehreren Gründen bedeutend größer seyn,
als bei den Kasteugebläscn zu erreichen möglich ist; a>bcr die Ver-
züge desselben treten erst dann in ihrem vollen Werthe auf, wenn
eine hehe Windpreffung bezweckt werden soll, bei der die hölzernen
Gebläse unvermeidlich nachgeben müssen, und selbst durch die Po-
ren des Holzes findet dann ei» merkbarer Wintoerlust Statt. Eine
so hohe Windpressung, die wohl bei Anwendung der Steinkohlen
nothwendig wird, ist für unsere Frischfeuer nie erforderlich, wo eine
Pressung von 2 Fuß Wassersäule^schon viel ist, und 3 Fuß sehr
selten überschritten werden; zudem sind die Kosten eines Cylin«
dergebläses bis in die letzte Zeit immer drei» bis viermal so
hoch gekommen, als die eines Kastengebläses von entsprechen-
der Leistung. Man darf sich daher nicht wundern, daß die Cylin«
dergtbläse auf unsern Hammerwerken noch selten sind. Wir schi-
cken diese Bemerkungen voraus, um zu zeigen, daß es für unS
wichtiger sey gute und billige, als gute, schöne, sehr solide und da-
bei ungeheuer kostspielige Cylindergebläse herzustellen.
Den Hauptbestanttheil eines jeden Cylindergebläses bildet de«
für sich bestehende Cylinder » Fig. 19 bis 22 Tab. UI. Er muß
auf seiner Innenfläche genau cylindrisch und glatt ausgedreht seyn,
an beiden Rändern mit rechtwinkelig abstehenden Kränzen versehen,
und diese ebenfalls glatt abgedieht werden, weil daran der Vodcn
und Deckel des Cylinders luftdicht zu passen und mit Schrauben-
bolzen zu befestigen sind. Die zu dem letzter« Zwecke erforderlichen
köcher werden durch die aufgelegte Voden« oder Deckplatte und die
Kränze des Cylinders gleichzeitig gebohrt, um genau zu passen.
Die Eisenstärte des Cylinders tonnte vermöge der Spannung des
Windes immer viel geringer seyn, als man selbe zu gießen ver-
mag, und sie wegen des Federns beim Ausdrehen gießen darf.
Für kleine Cylinder bis gegen 3 Fuß Durchmesser genügt eine
Wanddicke bis an '/« Zoll; bei größern Cylindern bis zu 5 oder
6 Fuß Durchmesser läßt man die Wandstärke bis °/« Zoll wach-
sen, und bringt äußerlich noch mehrere ringförmige Verstärkungen
im Gußstücke an.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen