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wand absteht, und durch mehrere, ungefähr 1'/«Fuß von einander
entfernte Schrauben 3 beliebig niedergezogen werden kann. Der
ringförmige von st, ^ und r gebildete Naum ist für die Aufnah-
me der locker gedrehten Hanfseile bestimmt, welche aber vor ihrer
Anwenvung in einem wässerigen Graphitbrei getränkt und wie-
ter getrocknet werden. Damit die graphitirten Hanfseile ringsum
in gleicher Menge und Dichte eingelegt weiden, beobachtet man
folgendes Verfahren. Man fährt mit der Kolbenplatte st und
Stange «z in den Cylinder, nachdem vorläufig bloß die untere
Kranzleiste r daran gebracht wurde; hernach klemmt man den Kol-
ben mit mehreren gleich dicken Holzkeilen an verschiedenen Stel-
len der Cylinderwand ein, wodurch er ringsum gleich abstehend
fest gehalten wird. Nun werden die vorbereiteten Hanfseile durch
Herumwinden nach einander eingelegt, und dabei öfters die bereits
eingelegte Parthie fest nieder, und somit auch nach des Culinders
Wand gedrückt. Hat man auf diese Art die Hohe des aufstehenden
Kolbenrandes erreicht, dann geschehen die fernern Herumwindungen
immer mehr gegen die Cylindcrwand, wie es der schief ansteigenden
kage dieses VcrLichtungsmittels entspricht. Nach diesem wird der
Giscnring >), mit der hölzernen Kranzleiste i' aufgelegt, welcher das
Verdichtungsmittel leicht so weit niederdrücket, daß er den aufste--
benden Rand des Kolbenbodens st ringsum erfassen kann; worauf
die Schrauben 3 eingepaßt und sofort angezogen werden, bis man
glaubt, daß das Verdichtungsmittel mit der zulänglichen Kraft nach
ten Wänden des Cylinders gedrückt ist, was hinterher controlirt,
«nd durch genannte Schrauben regulirt werden muß. Hat die
Hanfseilmasse die entsprechende Dichtheit erlangt, so fertiget man
sich Holzklöhchen von einer solchen Höhe, daß sie genau zwischen
der Kranzplatte ^ und der Kolbenplatte st Platz finden, bringt bei
jeder Schraube ein solches an, worauf die Schrauben ganz fest an-
gezogen werden können, um den ganzen Kolbenkörpcr fest zusammen
zu verbinden. Zur Verminderung des schädlichen Raumes über
dem Kolben soll der ringförmige Raum e des Kolbens mit Hol;
ausgefüllt werden, weil er sonst mit unauspreßbarer, vcidichteicr
Luft ausgefüllt wird. — Man trifft noch viele andere kiederungs-
methodcn, auf die wir hier aber nicht mehr eingehen wollen. Nur
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen