Seite - 212 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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8« OO. Die Windleitungen können in hölzernen Lutten oder
Rohren, oder in metallenen Röhren bestehen. Da die Windleitun-
gen oft unterirdisch oder in andern schwer zulömmlichen Räumen
geführt werden müssen, und ihr beständiges Luftdichtseyn von groß»
ter Wichtigkeit ist, bedient man sich selbst bei hölzernen, und um
so mehr bei eisernen Gebläsen, fast ohne Ausnahme der metalle-
nen Röhren. Uebrigens ist die Herstellung der hölzernen Leitun-
gen, wenn man sich aus besondern Ursachen derselben bediene»
Will, so einfach, daß wir hier nicht nöthig haben dabei zu verwei«
len, sondern unsere Betrachtungen auf die metallenen beschränken
tonnen. Auch unter den metallenen Röhren wollen wir bloß auf
die gußeisernen näher eingehen, weil diese es sind, die am gewöhn-
lichsten zur Anwendung kommen und dem Zwecke am beste» ent-
sprechen. Röhren von verlöthetem und angestrichenem Eisenblech over
Weißblech, wie jene von Zink oder Vlei werden nur bei kleinern
Windfühlungen getroffen. Die Länge und Richtung der Windlei-
tung muß sich stets nach den Localverhältnissen lichten, bei ihrer
Anlage wird man aber stets beflissen seyn die Leitung möglichst
kurz und ohne eckige Brechungen herzustellen, um an Kosten zu
sparen und wenig Röhrenwiderstand zu erhalten. Anders verhält
es sich mit dem Durchmesser der Röhren, der zur Verminderung
der Kosten klein, zur Vermeidung des Röhrenwidersiandes aber groß
seyn soll. Grfahrungsmäßig kann im Allgemeinen angegeben wer-
den, daß ungefähr eine Ißfache Querschnittsfläche der Röhren von
den gesammten Ausströmungsöffnungen der Düsen das rechte Mit-
tel zwischen beiden Gegensätzen ist. Die Eisenstärte gußeiserner Wind«
leitungSröhren findet ihre Gränze in der Möglichkeit des Gießens,
ohne zu vielen Ausschuß zu erhalten. Krumme Rödren werden deß-
halb immer etwas stärker als gerade, weite und lange Röhren dicker
als kleine. Vei geraden Röhren von 6 bis 12 Zoll Durchmesser und
3 bi« 6 Fuß Länge ist die gewöhnlichste Eisenstärte ^ bis ^'« Zoll, für
trumme Röhren derselben Größe aber Vg bis °/, Zoll. Es scheint
indessen, daß bei sehr dünnen Röhren und start gepreßtem Winde,
besonders wenn die Leitung zugleich von beträchtlicher Ausdehnung
ist, ein merklicher Windverlust durch die Poren dei Gußeisens ein-
tritt, in welcher Hmsicht aber eine große Verschiedenheit bei den
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen