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cesse kennen lernen werden. Die Gründe, warum das Efieisen ein
von der Windleitung getrenntes Stück seyn muß, sind Hauptsich«
lich folgende: 1. ler in den Sch,nel;raum reichende Theil der
Windleitung ist dem Verstopfen und Abbrennen ausgesetzt, muß da-
her oft gereinigt, ttparirt und erneuert werden; 2. zur Beobach-
tung des Frischproc«sses soll man durch die Windeinströmungsöff-
nung in den Schmelzraum sehen und fühlen können; endlich 3.
muß einerseits das Endstück der Windleitung, das Eßeisen, fest
und luftdicht im Mauerwerte sitzen, und doch anderseits soll man
der Richtung des Windes oft schnell eine andere Richiung geben
können.
8« ttl. Eine große Mannigfaltigkeit und Ausdehnung haben
die Windleitungen in neuester Zeit durch die Anwendung der er- !
Hilden Gebläseluft erhalten. Die Erhitzung wird nämlich dadurch
bewirkt, daß der Wind vom Gebläse weg in einen beheizten Raum !
geleitet, und daselbst entweder in eisernen Kästen, oder besser in >.
Röhrenleitungen, der Einwirkung der äußern Hitze ausgesetzt, und ',
erhitzt sofort zum Eßeisen geführt wird. Es gibt zwar noch eine i
andere Methode zur Erhitzung der Luft, nach ihrem Erfinder die j
6»d ri o!'sche genannt, bei welcher die zu erhitzende Luft selbst /
ein Feuer passiren, und dadurch theilweise chemisch verändert wer- '
den muß; allein ihr Nutzen ist selbst bei Hochöfen sehr fraglich, und
bei Frischfcuern dürfe sie kaum jemals versuchsweise zur Anwen-
dung gelangen.
Die Erhitzung der Luft in gußeisernen Kästen scheint nur bei
kleinen Feuern, z.V. bei den gewölmlicken Echmicdfeuern, ganz ;i>
entsprechen, obschon dieselben auch hie und da bei Frischfcucrn mn
gutem Erfolg in Anwendung gebracht wurden. In der Wesenheit
bestehen diese Kastenapparate aus einem oder mehreren in Verbin-
dung gebrachten Kästen von mannigfaltiger Gestalt, die sich nach den
räumlichen Verhältnissen richten muß. In ihrem Innern erhalten
sie mehrere Zwischenwände, durch welche der eingeleitete Wind ge-
zwungen wird sich verschieden hin und her zu schlangeln, bis er zum
Abfükrungsrohre und sofort ;ur Düse gelangt. Durch dieses Hin- und
Herschlängeln nähert sich der Kastcnapparat einem Röhrenapparate,
indem die einzelnen Abtbeilungen als Röhren zu betrachten sind, bei
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen