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Wassersäule als Maß des Druckes zu Grunle zu legen; wollte man
aber wirtlich Wasser zur Füllung des WinlmesscrS anwenden (wie
es bisweilen geschieht), um der Scala unmittelbar die Einthcilung
nach dem landesüblichen Maße zu geben, so müßte man sehr lange
Glasröhren anwenden, die unbequem und sehr gebrechlich sind. Man
bedient sich daher zur Füllung des Windmessers am öftesten des
Quecksilbers, und um dabei dennoch unmittelbar die Höhe einer
entsprechenden Wassersäule abzulesen, braucht man bloß die Ein-
theilung der Scala um 13'59, das specifische Gewicht des Queck-
silbers, zu verjüngen; oft aber läßt man auf der Scala das ncttm»
licht Maß, und liest die Druckhöhe in einer Quecksilbersäule ab.
Da aber die Windpressung ungleich schwankend ist, so wird
das Ablesen des mittleren Standes durch das beständige Schwanken
des Quecksilbers schwierig, und deßhalb ist es gut bei c einen
durchbohrten Hahn anzubringen, mittelst dessen man die Communi»
cation zwischen beiden Schenkeln rcguliren kann. Man,darf dann
bloß den Hahn auf eine kleine Communication zudrehen, so hört das
Schwanken beinahe auf, indem das Quecksilber auf einem mittleren
Stande beinahe ruhig stehen bleibt. Ist diese Hahnvorrichtung oder
eine ähnliche nicht vorhanden, so weiden die Schwankungen des Queck-
silbers vermöge deS Trägheitsmomentes, der Schwungtraft, immer
größer ausfallen, als die Ungleichheiten des Windes wirklich sind.
Da es aber oft wünschenswerth ist die wirtlichen Schwankungen des
Windes zu erfahren, so würde es bloß nöthig seyn, daß man die
eben erwähnte Hahnuoirechtung anbringt, und die Communicätions-
öffnung gerade auf die Größe stellt, daß die Schwankungen des
Quecksilbers denen des Windes entsprechend ausfallen. Vei welcher
Größe der Communicationsöffnung diese Gleichheit der Schenkun-
gen eintritt, muß durch die Erfahrung ausgcmittclt werden; bei
den gewöhnlichen Windmessern scheint übrigens diese Größe zwischen
V, bis '/« der ganzen Querschnittsgröße der Nöhre zu liegen. Will
man einen solchen Windmesser für Reisen zum Mitnehmen einrich-
ten, so bringt man bei e noch eine Dcckclschraube an, und sp-rrt die
Quecksilberfüllung dann zwischen c und e ein, damit sie nich: schla-
gen und nicht ausftießen kann.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen