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waaren bis zum Aufstellungsorte, und selbst die Preise d« Guß«
waaren auf den einzelnen Gußwerkcn sehr verschieden seyn können,
und wirklich sind. Die Gebläse mit Einem Cylinder von 55 Zoll
Durchmesser, wie sie das Gußwerk St. Stephan in letzterer
Zeit geliefert hat, mit Balancier und eisernen Fundamentplatten,
kosteten loco Werk, ohne Windleitung, Regulator und Wasserrad
1500 Gulden C. M. Das Cylindcrgebläse in der ständischen Frischhütte
zu Vcidernbcrg, von ungefähr derselben Leistungsfähigkeit, kostete loco
Gußwert Maria-Zcl l 1073 Gulden, wozu dann aber noch bei
30 Gulden für hölzerne Grundbalken gerechnet werden müssen, um
es in der gleichen Vollständigkeit wie das vorhergenanntc Gebläse zu
haben; im Ganzen sind also die Kosten ohne Windleitung, Negu»
lator und Wasserrad bei 1100 Gulden C.M. Die Cylindcrgcbläse, wie
sie das Gußwerk St. Johann am Vrückt in neuester Zeit lie-
fert, die wir nach der Zeichnung Fig. 20 bis 22, Tab. III . ken-
nen gelernt haben, kosten bei gleicher Leistungsfähigkeit und in
alcicher Vollständigkeit mit den vorhergehenden 750 Gulden C. M.
Vei den meisten bestehenden Cylindergebläsen der Vereinsländer hat
man sich die Gestehungskosten ganz unnöthig dadurch bedeutend
vermehrt, daß man sie von viel zu großer Leistungsfähigkeit ferti-
gen ließ, zwei oder gar drei Cylinder aufgestellt hat, wo ein ein-
ziger von derselben Größe genügend gewesen wäre, wenn man nur
den Kolben mit der entsprechenden Geschwindigkeit spielen lassen
wollte; und nebst der gan; unnöthigcn Kostenvermehrung hat ein
zu großes Cylindergcbläse noch den Nachtheil/ daß es bei geringer
Vetriebstraft weniger Wind liefert, als ein entsprechend kleineres,
also gerade das Gegentheil von dem erzielt wird, was man damit
zu erreichen vermeint.
Ein Kastengebläse mit zwei einfach wirkenden Kästen »on
etwa 4'/^ Fuß Seitenlange, mit Wagbaltcn und Zahnsegmenten,
ohne Windleitung, Wasserrad und Regulator tostet ungefähr 600
Gulden C. M.; kömmt folglich in Vergleich zu einem Cylinder-
gebläse vom Vrückl nur um ungefähr 150 Gulden C. M. billiger
zu stehen, ja in manchen Lccalitäten mag es sogar theurer kom-
men. Verücksichtiget man daher, daß ein Kastengebläse nothwendig
mehr Reparaturen und damit .'erknüpfte Ieitversäumnisse im Werks-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen