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Hol), das in ter Nahe des Feuers mit einem Eisenbleche beschla-
gen ist, wie in Fig. 2 und Fig. 3. Gewöhnlich ragt sie aus der
Esse vor, wie in Fig. 3, jedoch nicht immer; ihre Unterlage erhält
sie durch Mauerwerk, wie Fig. 2, oder durch Eisenplatten, welche
zugleich die Feuergrube bilden, wie Fig. 5. Der übrige Flächen-
raum von der Hohe der Eßbank, die Herdfläche im Innern der
Esse, in so fern er nicht von der Herdgrube und ihrer attfälligen
Umfassung erfüllt ist, wird im vordern Theile entweder bloß mit
Lösche ausgeglichen, oder mit Eisenplattcn belegt, wie <^ , N, Fig.
5; der hinlere Theil dient zum Ansammeln der Flugasche, die von
Zeit zu Zeit weggeräumt wird. Vci mancher Frischarbeit, z. V. bei
der kärntnerischen Rohstahlarbeit findet man es bequemer, die Hcrd-
ftäche zur Seite der Eßbank aus der Esse noch bedeutend vortreten
zu lassen, wie Fig. 5 zeigt, indem man von Holzbalken einen Ka-
sten 5' aufümmert, der nicht ganz die Höhe der Eßbank erreicht,
im Innern mit verschiedenen Zuschlägen, die man bci der Arbeit
gebraucht, angefüllt, und theilweise mit einer gußeisernen Platte
l^,, der sogenannten V ersi onalbank, bedeckt wird.
ß. <ll>. Auf mehreren, selbst ältern Hammerwerken der Vcr-
einsländcr findet man zwei Hcrdgruben unter einem Esscngcmäucr;
zu Flach au, Kätsch und Klamm sind sogar vierHerdgruben un-
ter einem einzigen Eßtogel angebracht, eine eben nicht zu empfeh»
lende Anordnung.
Die nächste Veranlassung zu diesen gemeinschaftlichen Essen
scll eine Ersparung an Essengemäuern seyn. Allein diese Ersparung
ist hierbei von keinem Belang, weil die einzelnen Feuer unter sich
durch Zwischenmauern abgetheilt seyn müsse», weil sonst die Wärme
von einem Feuer lästig und hinderlich beim andern seun würde.
Man läßt diese Zwischenmauern in der Negel sogar nahe bis an
die Mündung der Esse aufsteigen, obschon die Nothwendigkeit dafür
nicht nachzuweisen ist, und erspart somit nur sehr wenig an Mau-
erwerk. Ein weiterer Grund zu solchen Eßkogeln ist in der vermein-
ten Naumcrsparung für das Hüttengebäude selbst ;u suchen. In-
dessen ist auch darin bei denjenigen Essen, die zwei Herde enthal-
ten, nur wenig gewonnen, und bei denen mit vier Herden offenbar
verloren, und überdies führt eine solche Anlage viele andern Unbe-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen