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Seite, oder auf verschieden liegenden Seiten angebracht werden, und
dann hat die Grube zwei Formseiten (drei Fonnseitcn sind nicht
gebräuchlich), dafür aber keine Windseite, oder, was jedoch selten
ist, keine Wolfseite; eine Nrbeitseite muß immer vorhanden seyn.
Vei den nachfolgenden Betrachtungen wollen wir nur Eine Form-
seite annehmen, wie das meistens der Fall ist, der Einrichtung mit
zwei Formsciten aber ftndcrheitlich gedenken. Die Wand der Ar-
beitseite ist beinahe immer mit Einem größern oder mehreren klei-
nern Lochern verschen, durch welche bei der Arbeit ein Theil der
Frischschlacke abgestochen werden kann, falls sich diese in zu großer
Menge angesammelt, oder in untauglicher Beschaffenheit gebildet
hat. Die Entfernung der Formseite von der gegenüberstehenden Wind-
seite wird bei uns die Länge, jene der Hinterseite von der Ar-
beilseite die Breite des Feuers genannt; in Norddeutschland ist
die Benennung umgekehrt.
ß. 74 . Eine gemauerte Feuergrube, wie selbe bei der alten
steilischen Frischarbeit auf dem Löschboden üblich sind, stellt uns Fig. 3
und Fig. 2 auf Tab. III im Grund- und Aufrisse »or. Das Mauer-
wert der Feuergrube, wenigstens die innere Lage desselben, wird
aus Ziegeln und Thonmörtel aufgeführt, weil die wenigsten Steine
und eben so wenig der Kalkmörtel die abwechselnd hohe und nie-
drige Temperatur und das öftere Vegießen mit Wasser vertragen
würden.
Der Boden des Frischherdes wird nicht immer aus Ziegel-
»naucrwert hergestellt, weil man bei einem feuchten Grunde das
Durchziehen der Dampfe zwischen den Fugen der eiinelnen Ziegel
vermeiden will, und soll. Noch schlechter ist es, wenn man gar
keinen eigenen Boden anbringt, sondern sich mit dem gewöhnlichen
Schottergrunde begnügt, wie das bisweilen geschieht, und was nur
bei besonderen Verhältnissen ungestraft passiren kann. Am gewöhn-
lichsten wird zum Boden ein eigener großer plattcnförmiger Stein
gewählt, dessen Oberstäche auf allen Seiten das übrige Mauerwert
etwas untergrcift, und wozu die meisten Stcingattungcn tauglich
sind, weil die unmittelbare Nnterlage für das Schmelzgut ohnedies
aus Lösche gebildet wird, der Boden- oder Grundstein mithin nicht
in Glühhitze geräth. An mchrern Orten wählt »na» Eisenplatten
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen