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Zoll höher, als der Rand des Formabbrandes. Dieses ist aber nicht
die wahre Größe der eigentlichen Feuergrube, welche vom Schmelz«
gute aufgefüllt wird; denn diese wird bci dem jedesmaligen begin-
nen der Arbeit erst aus feuchter Lösche in einer halbkugelförmigen
Gestalt, in verschiedener, aber stets bedeutend kleinerer Größe her-
gestellt, als die gemauerte Grube beträgt, indem die Wendungen
und der Boden der letzter« nur als Behälter für die aus Lösche
gebildete Grube dienen. Während des Prozesses wird ein Theil der
Lösche verbrannt, und dadurch die von Lösche gebildete Grube tiefer
und weiter werden müssen, daher sie anfangs immer kleiner ange-
fertigt werden muß, als die für das Schmelzgut beabsichtigte Größe
erheischt; letztere soll ebenfalls stets noch kleiner als die gemauerte
Grube seyn, damit man beim Ausbrechcn des Schmelzgutcs aus
dem Feuer, und bei dessen Bearbeitung unter dem Hammer, keine
besonderen Schwierigkeiten findet. Je mehr die zur Grubenbildung
bestimmte Lösche mit Wasser begossen wird, und je fester man sie
in der Grube zusammenschlägt, desto weniger wird das Feuer davon
verzehren, und darin liegt folglich das Mittel, die Gestalt des Schmelz-
gutes zu regulircn, woranf wir bei Beschreibung der Arbeit selbst
wieder zurückkommen werden.
In früherer Zeit wurde die Eßbank bei diesen Frischfeuern
aus einem bei 3 Zoll dicken und 15 Zoll breiten Brett hergestellt,
das an der Vegranzung mit der Herdgrube einen Beschlag von Eisen-
blech erhielt, siehe L Fig. 2 und Fig. 3, Tab. Hl , um vor dem
Verbrennen geschützt zu seun, was an dieser Stelle am ersten ein-
treten könnte, obschon die obere Fläche derselben immer durch die
feuchte Lösche des sogenannten Löschtranzes (womit das Feuer auf
der Arbeitscite über der Eßbant zusammengehalten wird) bedeckt,
und daher vor dein Verbrennen geschützt ist. Gegenwärtig verwen-
det man zur Eßbant meist eine Gußeisenplatte, wie in II Fig. 5,
die jedenfalls dauerhafter ist und fester aufliegt. Bei den hölzer-
nen Oßbänken pflegt man am »ordern Rande einen Eisenstab zu
befestigen, an welchem sich mehrere Eiscnhäckchen von verschiedener
Länge befinden; sie dienen zum Festhalten der verschiedenen Zan-
gen, welche von der Arbeitseite aus in das Feuer eingehalten wer-
den. Vei den gußeisernen Eßbanken werden diese Häckchen durch
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen