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gleichfalls eine Gisenplatte verwendet, so erhält diese den Namen
Boden, Feuerboden oder Frischboden. Tie vier Seitenab«
bränder erhalten aber in der Regel nicht immer eine gleiche Höhe,
das ist die Höhe des Formabbrandes, auf welchen das Eßeisen zu
liegen kommt; allein auf den Rand des Sintcrabbrandes oder des
Sinterblcches kommt sodann noch die wenigstens 2 Zoll dicke, eiserne
Gßbank, auf den Windzacken ebenfalls eine dicke Eiscnplatte, die
Gichtplatte, und auf den Wolfabbrand wird entweder gleichfalls eine
dicke Platte in horizontaler Lage bis an den Nand darauf gelegt,
oder in lothrechter Lage darauf gestellt, oder aber eine Wolfmauer
dahinter aufgeführt. Gefußt werden die Abbränder entweder direct
im Herdgnmde, oder sie kommen unmittelbar auf den eisernen oder
steinernen Frischbcden zu stehen. Vci der deutschen Frischarbeit wird
der Frischboden gewöhnlich kleiner gemacht, als der Länge und Breite
der Herdgrube entspricht, damit man ihn nach Belieben höher oder
tiefer legen kann; bei unsern übrigen Frischmctheden ist er aber
meistens viel größer. Der Sinterabbrand ist von außen nach der
Größe der Sintergrube frei stehend, die drei übrigen Abbränder sind
in der Regel von außen durch das Mauerwert der Esse und des
Herdes umfangen. Vci einigen Frischarbciten ist ausnahmsweise
gar kein Sinterzacken vorhanden, aus Gründen, die später einleuch-
ten werden.
Die Stellung und Lage der Abbränder und des Bodens wird,
so wie die Lage des Eßeiscns verschieden abgeändert, je nach der ge-
wählten Frischmethode, und bei ein und demselben Frischverfahren
wieder nach Beschaffenheit des zu verfrischenden Noheisens, worüber
wir im Verlauf unserer Betrachtungen das Nähere erfahren werden.
Im Allgemeinen erhält der Frischbodcn eine horizontale Lage; der
Formabbrand steht meist lothrecht, oder ist etwas in den Herd ge-
neigt; das Sinterblcch ist stets sehr stark aus dem Herd geneigt;
auch der Wolfabbrand hat fast immer eine Neigung aus dem Herde,
in den Herd niemals; und der Windabbrand endlich ist gleichfalls
am öftesten aus dem Herde geneigt, bisweilen aber senkrecht stehend,
und ausnahmsweise wohl auch in den Herd geneigt. Daraus ergibt
sich, daß die Frischherde im Allgemeinen nach aufwärts weiter und
länger werden, aus Gründen, die schon bei den gemauerten Herd»
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen