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tischen Stihlseuern, wie in Fig. 4 und 5, Tab. Hl, ersichtlich ist.
Wenn ein oder der andere Zacken» oder der Vodcn von der Hitze
oder vom iüssigcn Roheisen angegriffen wurde, muffen die Keile
ausgeschlagm, und die Abbrandcr so weit gerückt werden, daß das
schadhafte stück herausgenommen, ausgewechselt oder bloß umge-
kehrt welden kann.
Vezüclich der Wolfmauer findet das bei den gemauerten Herd-
gruben Vemcrkte hier gleichfalls seine Anwendung. Mehr Dauer und
dadurch eine gleichbleibende, bessere Einengung des Feuers wird je-
denfalls durch die statt der Wolfmauer aufgesetzte Aschenplatte
erreicht, wozu man einen alten, angebrannten Hcrdgrubenabbrand
verwenden kann. Wird diese Platte beweglich eingerichtet, wie in
Fig. 4 und 5, Tab. III , so pflegt man sie Fcuerschwell zu nen-
nen. Bei manchen Herdgruben bleiben die Wolfseitc und die Wind-
seite frei, indem nur ein Wall von Lösche herumgezogen wird; eine
im Allgemeinen nicht zu empfehlende Methode.
H. 77 . Wie aus tz. 76 hervorgeht, besteht der Voden des
Frischhcrdes entweder aus einer eigenen Stein- oder Eisenplatte,
oder unmittelbar aus dem rohen Grunde, wie er von der Natur
geboten wird. Das Letztere ist nur dann zulässig, wenn der rohe
Grund ti'ef unter der Forin zu liegen kommt, und zur Unterlage
für das Schmehgut über dem rohen Grunde ein eigener Vcden aus
festgestampfter Lösche oder eisenreicher Frischschlacke gebildet wird.
Man sollte demnach glauben, daß die Beschaffenheit des rohen Grün»
des von keinem Einstuffe auf den Gang des Prozesses im Frisch-
herde seyn könne, und doch kann dieser Ginstuß nach Umständen
sehr groß seyn, und ist jedenfalls sehr zu berücksichtigen.
2>ei Einfluß, den der rohe Grund auf den Verlaustes Frisch-
prozesses nimmt, stammt von der Grundfcuchtigkcit, muß daher um
so größer seyn, je näher der Herdboden dem natürlichen Wafferstande
zu liegen kömmt. Es besteht dieser Einfluß zunächst in einer Ab»
tühlung des Herdbodens durch die als Dampf emporsteigende Grund-
feuchtigteit; ob und in welchem Grade hiebei eine chemische Ein-
wirkung von Seite der Wasserdämpfe Statt findet, lassen wir da-
hin gestellt seyn. Die unmittelbare Folge dieser Abkühlung des Herd»
bodens ist eine schnellere Erstarrung der zuerst niedergesckmolzenen
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen