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erreicht mau aber die Abhaltung der Grundfeuchtigkcit dadurch, daß
man unter der steinernen oder eisernen Grundplatte einen hühlcn
Naum ausmauert, dessen Grundfläche mindestens eben so groß ist,
als dcr Vodcn des Frischhertcs, und von dieser Höhlung aus eineil
Ganal über der Hüttensohle münden läßt, durch welchen die Erd-
dämpfe entweichen können. Vei dem in Fig. 4, Tab. Hl , abgebilde-
ten Stahlfemr ist diese Einrichtung mit puuctirten Linicn angedeu-
tet. Man hat hierbei oft die Frage aufgeworfen, was zweckmäßiger
sey, «ine steinerne oder eiserne Grundplatte, indem erstere zwar die
Herdwärme besser zurückhalte, aber mehr dem Springe» ausgesetzt
stu. Aus dieser Nrsachc findet man öfters, daß zu unterst eine Eisen»
und darüber noch eine Steinplatte gelegt wird. Zweckmäßige« als
dies dünkt uns jedoch die bei den kärntnerischen Stahlfcuern sehr
übliche Anwendung eines gußeisernen Kastens, dessen 2 bis 3 Zoll
hoher Naum mit trcckner, grober Asche ausgefüllt, und dessen Deckel
ebenfalls 2 bis 3 Zoll dick ist.
Vei jenen Frischmethoden, wie bei den verschiedenen Abände-
rungen dcr deutschen Frischmethodc, wo das eingeschmolzcne Eise»
oder wenigstens die Schlacke in unmittelbare Vcrührung mit dem
festen Herdboden kommt, und mit der Brechstange oft zu wieder«
holten Male» aufgcbrccheu werden muß, besteht der Voden beinahe
immcr aus einer Eiscnplattc, die, wie wir bereits wissen, der Frisch-
bcdcn genannt wird. Hierbei kommt es wesentlich darauf an, daß
der Frischbcdcn in dcr entsprechenden Temperatur erhalten werden
könne. Zu dem Ende wird derselbe in sciner mittlern Fläche, wo
er am meisten erhitzt wird, mithin am ersten angegriffen wcrdcn
könnte, hohl gelegt, und diese Höhlung mit einer oder zwei Röhren
nach außen communicirend hergestellt. Im Falle nun ein« zu starke
Erhitzung des Frischbodens eintritt, wird zur Abkühlung durch be-
sagte Röhren Wasser eingcgosscn, oder was für den Voden wegen
des möglichen Springens durch die plötzliche Abkühlung »veniger ge-
fährlich ist, kalte Gebläseluft eingeleitet, welche letztere bei der zwei-
ten Röhre etwas erwärmt wieder entweicht, während das Wasser
in Dampfgcsialt allmahlig durch die Eingußröhre selbst wieder ent-
weichen kann. In Fig. 15, Tab. IV, ist diese Kühlvorrichtung des
Flischbodens gezeichnet, während für gewöhnlich bei den deutschen
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen