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Herdfrischereien der Frischboden nur auf «ine kehmunterlage zu lie-
gen kommt, die nach Belieben erhöht oder erniedrigt werden lann,
um den Voden höher oder tiefer zu legen.
Am wenigsten wahrnehmbar ist die Wirkung der Grundfeuch«
tigkeit bei jenen Herden, die mit einem Schwallbeden eingerichtet
sind, wefchalb dieser häufig unmittelbar auf den trecken gelegenen
Grund zu liegen kommt, wie in Fig. 2. Indessen findet man auf
mehreren Hütten unter dem Schwallbcden ebenfalls eine eiserne
Grundplatte, wie in Fig. 8, was nicht ganz überflüssig sey» dürfte.
ß. 78 . Die nöthigt Gebläseluft wird dem Frischherde durch
die Form aus der Düse zugeführt. Dabei ist die Größe und Ge-
stalt der Düsen- und Formmündung, die Temperatur und Span«
nung des Windes, und hauptsächlich die Richtung und Verlhcilung
desselben im Herde sehr zu berücksichtigen.
Die Düsen werden am öftesten aus starten geschweißten Eisen-
blech, bisweilen aus Gußeisen hergestellt. Vei den gußeisernen Dü-
sen muß beachtet werden, daß die Eisendicke an der Mündung nicht
zu groß sey, damit sich die Düsenöffnung nicht zu sehr von der Form
entfernt; jedenfalls muß die Stelle, mit der die Düse auf die Form
zu liegen kommt, etwas abgefeilt werden. Die Gestalt der Düsen-
mündung ist fast immer eine Kreisfläche, cbschon es passender scheint,
ihr die gleiche Gestalt wie der Formmündung zu geben; von Wich-
tigkeit ist dieser Umstand wohl nicht, weil die Düsenmündung vcn
jener des Gßeisens stets 3 bis 6 Zoll entfernt gehalten wird, der
von der Düse kommende Wintstrahl also jedenfalls an den Wän-
den der Fonnmüüdung gewaltig anprelle», und darnach sich wieder
ändern muß. Mehr Einfluß muß der Verschiedenheit eingeräumt
werden, ob die Form d»n Wind durch ein« oder zwei Düsen erhält,
und im letztern Fallt wieder, ob die beiden Düsen abwechselnd oder
gleichzeitig blasen,
'' Bei der ältern Einrichtung mit den Välgen, Fig. 2 bis 5,
Tab. l l l , sind stets zwei Düsen, die immer abwechselnd blasen. Vei
den Kolbengcbläsen dagegen ist gewöhnlich nur Eine Düse, welcher
der Wind ununterbrochen entströmen muß; allein auf einigen Orten
hat man hierbei ebenfalls zwei Düsen angebracht, um nach Art der
ältern Windführung den Wind nach zwei auseinanter laufenden
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen