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ligen, ,zu welchem Ende man ihm die Dimensionen desselben an-
geben muß. Man gibt dem Eßeisen entweder die Gestalt, wie auf
Tab. IV, Fig. 19, wo » die vordere, Ii die hintere und c eine Sei-
tenansicht darstellt, oder wie Fig. 20 mit gleichen Ansichten. Es
ist ziemlich gleichgültig, welche dieser beiden Gestalten man wählt;
auch ist nicht nothwendig mit der einen eine runde, mit der an-
dern eine halbrunde Mündung verbunden. Die Länge der Form
darf nicht unter 12, und soll nicht über 18 Zoll betragen, damit
sie gehörig befestiget werden kann, und kein unncthigcs Gewicht
bekommt; 15 Zoll ist eine sehr passende Länge. Das hintere weite
Ende erhält eine Breite von 9 bis 12 Zoll, und eine Höhe von
6 bis 9 Zoll; die Gestalt und Größe der Formmündung wird nur
beiläufig in der gewünschten Figur und etwas kleiner bestellt. Die
Di,ke im Kupfer beträgt am hintern Ende etwa V^ Linie, am vor-
dern dagegen 3 bis 4 Linie». Das Gewicht eines neuen Eßcisens
beträgt 12 bis 18 Pfund, wovon das Pfund gewöhnlich zu 50 Kreu-
zer C. M. berechnet wird. Es ist wesentlich, daß zu den Formen
ein gutes zähes Kupfer verwendet wird, in welcher Vezichung man
sich auf die Bezugsquelle verlassen können muß, weil sich die Sprö-
tigkeit erst beim Abrichten zeigt.
Die Gestalt der Formmündung, des Auges, ist am öftesten
halbrund, bisweilen kreisrund, mitunter oval oder ein längliches
Nechteck bildend. Obschon die Figur des Formaugcs nicht ganz
gleichgültig ist, darf man ihr doch nicht jene Wichtigkeit zutrauen,
welche ihr tieHammermcistcr beizulegen pftegen. Es tritt in dieser
Beziehung etwas Aehnliches ein, wie bei der Nindzuführung durch
Eine oder zwei Düsen, wovon im vorhergehenden §. die Rede war.
Auch hier hebt die regellose Zerstreuung des Windstromeö durch die
verschieden verrollenden Kohlenstücke jede» deutlichen Unterschied auf,
und die Arbeit bildet die Hauptsache. Iudcssen ganz chne Werth
dürfte die alte Negel stcirischcr Hammerschmiede nicht seyn, daß die
Höhe des Fonnauges im Verhältnisse des Einftusscö auf den Frisch-
prozeß mehr auf einen größer« Kohlenverbrand wirket, als die V^eite
desselben; namentlich mag dieses beim Verfrischeu des weißen Roh-
eisens seine Nichtigkeit haben, welches nur einmal nietergeschmolzen
wird, und wobei der Frischprozeß zum größern Theil unter dem Eß-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen