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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 274 -
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— 274 — Man prüft die Große des Vuges, indem man den Eßeisenform auf den hintern, ebenen Blatt-Theil der Form aufliegen läßt, und nach- sieht, wie groß der Abstand deS abgebogenen Formrandes vom Form« «isen ist. Das weitere Abfeilen der Formmündung geschieht wie frü- her. Viele Hammermeistcr pflegen das Eßeisen früher abzuküh- len, bevor sie zum Abfeilen desselben schreiten. Hat man ein altes, zu sehr ausgearbeitetes Gßeisen abzurich- ten, so wird dasselbe gleich einem neuen in Rochglühhitze versetzt, dann mit dem weitern Ende auf einen ebenen Vodcn gebracht, und mit einem Handhammer der Rüssel am Rande der Mündung gestaucht und von den Seiten zusammengetrieben. Dadurch wird die Mün- dung verengt, und dann folgt das Abrichten wieder wie bei eincm neuen, wozu man aber gewöhnlich eine nochmalige Rothglühhitze geben muß. Auf diese Art kann eine Form, wenn anders ein zähes Kupfer darin enthalten ist, 20 bis 30mal abgerichtet weiten, mit- hin etliche Jahre im Gebrauche seyn. Durch das öftere Abrichten wird aber endlich der Fonnrüffcl zu kurz, und die Erweiterung im Innern hinter der verengten Mündung zu plötzlich, es bekömmt eine sackige Gestalt, wie die Hammerschmiede sagen, was den wesentlichen Nachtheil hat, daß sich der Wind darin zu sehr abstoßt. Bei schlechtem, spröden Kupfer gehen die meisten Eßcisen schon da- durch früher zu Grunde, bevor sie eine sackige Gestalt annehmen, daß sie an irgend einer Stelle des Randes an- und endlich aus- brechen, besonders häufig ereignet sich das an den Ecken, wenn das Abrichten mit einem Vug geschieht. Bisweilen wird ein Eßci- sen dadurch unbrauchbar gemacht, daß durch ein Versehen bei dcr Frischarbeit ein Theil des Rüssels weggcbrannt wird. Behufs des Einlegens der abgerichteten Form mußderNaum des Formkastens II, Fig. 18, gan; gesäubert werden. 3lm Voden des Formkastens befindet sich eine Eisen- oder Steinplatte », welche schon nohe die gewöhnliche Neigung des Eßeisens erhalten hat. Man braucht dann zur Erzielung der gewünschten Formncigung nur einige dünne Eiscnkeile oder bloße Streifen von Eisenschiencn entweder auf den Abbrand K oder auf der Platte » unterzulegen. Vevor das Oßeisen auf seinen Platz gelegt wird, überstreicht man daösclbc auf seiner unlern Seite mit einem dicken Thonbrei, damit
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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