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unter demselben nirgends ein hohler Raum bleibt. Man rückt dann
die eingebrachte Form so lange, bis das Vorspringen des Rüssels
vom Adbrand, das A eberliegen des Eßeisens und die Entfer-
nung des Formmittels vom Sinterbleche (oder vom Wolfabbrand)
die bestimmte Größe erlangt hat, was mit einem eigenen Maße
H, Fig. 26, untersucht wird, wo »d las Neberliegen, und l,«
oder ae den Abstand vom Sinterbleche bezeichnet. Ist diese Lage
richtig, so wird die Neigung, das Stechen, des Eßeisens un-
tersucht, wozu man sich der sogenannten Eßeisenwage Fig. 27,
^ oder l l , bedient. Zu dem Endzwecke wird der massive Theil n
durch das Formauge hineingesteckt, der dann mit seiner untern
ebenen Fläche auf dem Formblatte ruht; in b ist ein Senkel bo
befestigt, dessen Faden auf der Scala lle das Maß der Neigung
anzeigt. Man steckt dann so lange über dem Abbrand l, oder der
Platte 2 Eisenzulagen ein, bis der Faden an der gewünschten
Stelle der Scala einspielt. Sehr oft findet man, daß der Herd
des Eßeisens nicht horizontal, sondern die hintere Ecke tiefer als
die vordere zu liegen kommt; allein diese Abweichung beträgt wohl
nie so viel, daß sie einen merkbaren Einfluß auf die Windfuhrung
haben könnte, und bei einem runden Foru»buge fällt diese Künste-
lei von selbst weg.
Damit das Eßeisen bei den vielen Stößen, und besonders
hei dem Widerstände, den es beim Ausbrechen des Schmelzgutes
leisten muß, aus seiner bestimmten Lage nicht »errückt werden kann,
muß dasselbe sehr gut befestiget werden, wozu man verschiedene
Mittel anwendet. Das einfachste und beste Mittel scheint uns in
den drei Formhaggen (Formhacken) c, e, ch Fig. 18, zu bestehen,
wovon e, e das Eßeisen an den Ecken der hintern Seite fassen,
und über den Abbrand langen, <! hingegen zu oberst am hintern
Nande eingreift und voran über den Rand des Formkastens langt;
natürlich müssen diese drei Hacken von bestimmter Länge seyn, für
die da« Maß genommen wird, nachdem das Eßeisen in die bestimmte
Lage gebracht worden ist. Der Raum, welchen die eingelegte Form
im Kasten frei läßt, wird schließlich mit Thonbrei und entsprechend
zugehauenen Ziegelstücken bestens ausgemauert, wobei man sich eines
gewöhnlichen Mamerhammers bedient. — Hat man in der Folge
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen