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mehreren Jahren zu ähnlichen Versuchen bei den Frischfeuern ge-
fühlt. Unsers Wissens sind tiese Versucht zu Trtibach und Murau
mit zwei unter einem rechten Winkel gestellten Eßeisen, in 3t eu»
berg mit zwei neben einander, und in Langen wang mit zwei
einander gegenüber liegenden Formen vorgenommen und durch
länger» Zeit fortgesetzt worden. Dabei hatte jede Form mit ihrer
Düse die gewöhnliche Griße, lieferte folglich bei gleicher Wint«
pressung das doppelte Windquantum vom frühern; die Frischherde
wurden im Verhältnisse größer gemacht.
Bei der erstgenannten Anordnung hatte man eine gewöhnli-
che Arbeit-, eme Wind- und zwei Form-, dagegen keine Wolf-
selte, und man sieht auf den ersten Vlick, daß dieses jedenfalls die un-
zweckmäßigste Vertheilung seyn muß, zu der man nur durch locale
Verhältnisse verleitet worden ist; die Ergebnisse waren in mehrfa-
cher Beziehung ungünstig, und verdienen keine weitere Würdigung.
Bei den Versuchen in Neuberg blieb in der Herdstellung Alles
««geändert, bis auf die Breite des Herdes, welche von 19 auf
25 Zoll erweitert wurde. Die Vertheilung der zwei Eßeisen, welch»
übrigens eine ganz gleiche Lage hatten, war so getroffen, daß die
Entfernung vom Sintcrbleche zum Mittel der ersten Form 9'/«
Zoll, der Abstand vom Hinterzacken zum Mittel der zweiten Form
gleichfalls 9'/« Zoll, und die Entfernung von einem Fcrmmittel
zum andern 6'/., Zoll betragen hat. Die Qualität des erzeugten
Stabeisens war sehr gut, allein die Erzeugung war nicht das Dop-
pelte von einem einförmigen Feuer, wohl aber erreichte der Kohl-
verbrauch in derselben Zeit nahe das Zweifache, und der Oissnvcr-
lust siel größer aus. Die Arbeit war ob großer Hitze sehr beschwer-
lich, und mit dem gleichzeitigen Schmieden unter dem Zerrcnnh im-
mer tonnte man nicht gut folgen. Neberhaupt lag das Nachlheilige
dieser Ergebnisse nicht sowohl in Nntenntniß und Beschwerlichkeit
der Methode während des eigentlichen Frischprozesscs, sonkern nur
mehr während des damit verbunden gewesenen Ausheizprozesses. —
Vei der durch französische Arbeiter »ingeführten Stabeisenbereitung
auf den Hütten der Herren Fischer zu St. Egidi und Thörl
findet man mit Vortheil zwei nebeneinander gelegte Eßeisen in An<
wtndung, ganz in ähnlicher Art wie bei den in Fig. 14 und l ü,
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen