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Zurückziehen der Düse, i) cin unbedeutendes Ueberliegen der
Form, k) weite Düsen und I) kalter Wind. Füge« >rir dazu der
bessern Uebersicht wegen noch diejenigen Mittel, welche abgesehen
von der Behandlung mit der Brechstange l«i einer gegebenen Roh-
eiscnsorte in der Arbeit gelegen sind, so haben wir weiters m) ein
langsames Einschmelzen des hochgehaltenen Roheisens, n) ein tiefes
und öfteres Abstechen der Schlacke, o) ein öfterer Gebrauch gaarer
Zuschläge (siehe §. 83), endlich p) grobe weiche Kohlen Aus diesen
Mitteln zur Erzielung eines gaaren Ganges ergeben sich von selbst
diejenigen, welche zur Erlangung eines rohen sperren Ganges füh-
ren müssen, man hat nur nöthig überall das Gegentheil zu neh-
men. Wir wollen nun diese Mittel einzeln näher in Betrachtung
ziehen, um zur Einsicht ihrer Wirkungsart und ihrer größern oder
geringern Zweckmäßigkeit zu gelangen.
Die Entfernung der Form vom Frischboden ist eine der wich»
tigsten Dimensionen des Herdes, eines der vorzüglichsten Mittel zur
Negulirung des Fcucrganges. Zunächst muß sich die Entfernung
der Form vom Hcrdbodcn, die Ticfe der Hcrdgrube genannt, nach
dem Quantum des Roheisens richten, welches mit einmal in Arbeit
genommen wird, damit dieses für jeden Fall den unerläßlich nö-
thigen Naum findet. Bei ein und derselben Roheiscnmenge kann
die Tiefe des Herdes aber doch um 1 bis 3 Zoll und darüber ver-
schieden seyn, und diese Differenzen haben schon einen sehr großen
Einfluß. Am gewöhnlichsten schwankt lie Ticfe des Herdes von (i
bis 10 Zoll. Die Ursache dieses großen Einflusses ist leicht einzu.
schen; je weniger die Form vom Frischbodcn entfernt ist, desto mehr
bleibt das niedergcschmolzcne Eisen der gaarcnden Wirkung des Win-
des ausgesetzt, desto gaarcr muß folglich der Fcuergang werden. In
dem Verhältnisse als die Tiefe des Feuers abnimmt/ muß zugleich
ein mehr hitzia«.Gang ^stch, einstellen, der besonders für die Dar»
stclluna. Hes Ntab^scns vortheilhaft ist, und dieserwegen ist der stä-
che Fe^echau,eines der vorzüglichsten Mittel zur Erzielung eines
gaarM Ga^cs.. Zu einem hitzigen Fcucrgange trägt außerdem aber
auch,die Höh.e,,de ,^<3,citenwände des Herdes über der Form wesent«
üch.bei, und darin liegt das Mittel, einen hitzigeren Gang zu be-
zwecken, wenn.dieses,M>nög anderer Rücksichten durch cine Vermin-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Titel
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Untertitel
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Autor
- Peter Tunner
- Verlag
- C. Tanzer'schen Schriften
- Ort
- Graz
- Datum
- 1846
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.09 x 19.47 cm
- Seiten
- 540
- Schlagwörter
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen