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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Seite - 297 -
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— 297 — 2. Kalkstein in gepulvertem Zustande. Durch diesen selten ge- brauchten Zuschlag beabsichtigt man nicht immer einen gaa- rcn Gang zu erlangen, cbschon derselbe sich in Folge der da« durch bezweckten Dickflussigkcit der Schlacke und des kältern Ganges mehr oder »veniger einstellt; denn zur Erlangung eines Gaarganges hat man andere, mehr entsprechende Mit- tel, und bei Verftischung des weißen gaarschmelzigen Roh- eisens, das mit einmal gaar niedergeschmolzen wird, ist dieser Zuschlag gan; zu verwerfen, weil man sich damit der Gefahr aussetzen würde, daß die dickflüssige Schlacke im Schmelzgute zurückbleibt, und im fertigen Prcducte Unganzcn, sogenannte St ein lasen, oder bei inniger Vcrmengung ein faulbrüchi- ges Eisen (§.21) verursachet. Der wahre Zweck eines Kalk- zuschlages besteht nur in einer beförderten Abscheidung des Phosphors und Schwefels, wenn das Roheisen ziemlich viel davon enthält. Solches Roheisen soll ohnedies immer grau «blasen seyn, und wird beim ersten Einschmelzen roh nieder- gehen, noch mehr oder weniger im flüssigen Zustande sich befinden; in diesem Zustande wird dann das Kaltpulver, 2 bis 5 Procent vom Roheisen, damit vermengt, und muß bei dcm darauf wiederholten Einschmelzen in die Schlacke geführt werden. Dieser Zuschlag ist demnach nur bei denjenigen Frisch- arbeiten zulässig, wo mit Aufbrechen gearbeitet wird, oder bei den zur vorläufigen Reinigung des Roheisens unternommene» Schmelzprozcffen in den Fcineisen- oder Hartzcrrenn-Feuern. In den Puddlingofcn wird bei unreinem Roheisen sehr oft mit Vortheil ein beträchtlicher Kalkzuschlag angewandt. 3. Das Schafhäu tel'sche Patentpulver, bestehend aus sechs Theilen Kochsalz, drei Theilen Braunstein und einem Theile Thonerde, sämmtlich in pulverfcrmigem Zustande und gut vermengt. Auch dieses Pulver kann, wie das Kaltmehl, nur bei solchem Nchcisen in Anwendung kommen, das entweder mit Aufbrechen verfrischt, oder vorher raffinirt, hartzerrennt wird, und findet zu dem gleichen Zwecke, zur bessern Abschei« düng des Phosphors und Schwefels seine Anwendung. Vci den Puddlingöfe» hat man diesen Zuschlag für unreines Noh- 20 '
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Titel
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
Untertitel
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Autor
Peter Tunner
Verlag
C. Tanzer'schen Schriften
Ort
Graz
Datum
1846
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.09 x 19.47 cm
Seiten
540
Schlagwörter
Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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